Heute spart man anders

Ein Konto mit hohen Zinsen oder ein Sparbuch – so sah lukratives Sparen bis vor einigen Jahren aus. Heute ist das anders, denn die Niedrigzinspolitik ermöglicht zwar rentable Kredite und günstige Hausbauten. So wirklich etwas zusammensparen mit dem klassischen Konto kann man heute jedoch kaum noch. Oder vielleicht doch?

Die aktuelle Kontenpolitik

Mit dem klassischen Girokonto lässt sich schon längst nicht mehr so viel sparen wie noch vor 20 Jahren. Aufgrund der niedrigen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank sind auch die Sparzinsen bei Girokonto und Co. niedrig, und deshalb fallen auch die Renditen sehr gering aus. Zudem erheben immer mehr Banken diverse Gebühren für zuvor kostenlose Girokonten. Kunden müssen entweder Kontoführungsgebühren oder Entgelte für einzelne Services zahlen. Vermeintlich kostenlose Bankkonten entpuppen sich hinterher oftmals als teuer. Im Kleingedruckten heißt es dort, dass Geldbeträge für Papierüberweisungen, für die Einrichtung eines Dauerauftrages oder auch für die Bargeldabhebung am Bankautomaten fällig werden. Auf das Kleingedruckte zu achten, ist heute notwendig, um nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Sparen geht auch mit dem normalen Girokonto – nur eben anders

Wer sein Vermögen vergrößern möchte, kommt mit dem klassischen Sparbuch oder Girokonto nicht voran. Wer unter dem Begriff „sparen“ aber versteht, dass im Jahr wenigsten eine kleine Summe zusammenkommt, der kann durchaus mit einem Girokonto oder dem klassischen Sparbuch zufrieden sein. Dazu muss man nur das richtige Bankinstitut finden. Vergleichstests zeigen, dass es immer noch komplett kostenfreie Girokonten gibt. Wer mit den Bedingungen zufrieden ist (oft handelt es sich um Direktbanken, also reine Onlinebanken), kann bis zu 250 Euro im Jahr einsparen. Auch das klassische Sparbuch kann ein Mittel sein, ein paar Euro im Jahr dazuzugewinnen. Der Vorteil: Sparbücher sind die sicherste Anlageform, denn sie sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Alternative Sparmaßnahmen

Sparen ist wichtig, nicht zuletzt dafür, später genug Geld in der Zeit des Rentenbezugs zu haben. Es gibt viele Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Dennoch sollte man zusätzliche Sparmaßnahmen ergreifen.
Das Tagesgeldkonto beispielsweise ist eine flexible Variante des Sparbuchs und eine der beliebtesten Geldanlageformen in Deutschland. Kunden erhalten hier mehr Zinsen und in den meisten Fällen auch rentable Zinseszinsen. Diese unterliegen allerdings den aktuellen Marktbedingungen und können je nach Marktlage kräftig schwanken. Das Festgeldkonto ist eine recht starre, dafür aber sichere Anlagemöglichkeit in Bezug auf die Zinsen. In der Regel wird bei dieser Variante ein bestimmter Geldbetrag auf einen festen Zeitraum mit festgelegten Zinsen angelegt. Während der Vertragslaufzeit kann man jedoch nicht über das Geld verfügen. Eine riskante, aber meist mehr Rendite versprechende Alternative sind börsengehandelte Indexfonds, sogenannte EFTs. Sie erfreuen sich momentan immer größer werdender Beliebtheit, da mittlerweile ein Totalverlust der Anlage nahezu ausgeschlossen werden kann.

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