Alles ergibt einen Sinn

Chefarzt der Asklepios Südpfalzklinik in Germersheim, Dr. med. Peter Matheiowetz, erklärt, weshalb es bei der Inneren Medizin auf jedes Detail ankommt

Chefarzt Dr. Peter Matheiowetz beim TV-Interview mit rheinmaintv. (Foto: Asklepios Kliniken)

Germersheim/Kandel. Wer ein guter Arzt sein möchte, der muss vor allem zuhören können, denn oftmals sind es kleine Details, die Aufschluss darüber geben, woran ein Patient leidet. Das weiß auch Dr. med. Peter Matheiowetz, Chefarzt der Inneren Medizin an der Asklepios Klinik in Germersheim. Gerade in seinem Fachgebiet komme es auf jedes noch so bedeutungslose Symptom an, um eine vollständige Diagnose aufstellen zu können. Woran das liegt und weshalb Patienten bei akuten Beschwerden trotz Corona unbedingt den Weg ins Krankenhaus suchen sollten, hat er im rheinmaintv erklärt.

„Nichts ist so vielfältig, wie die Innere Medizin. Wenn Patienten zu uns kommen, konzentrieren wir uns nicht auf einen bestimmten Bereich, sondern betrachten sie ganzheitlich. Alles im menschlichen Körper hängt zusammen. Deshalb kommt selten eine Erkrankung allein. Die Therapie muss aus diesem Grund auf alles abgestimmt sein, um Wirkung zeigen zu können“, erklärt der Chefarzt.

Bevor diese in die Wege geleitet werden kann, bedarf es als erstes einer gründlichen Anamnese. Eine ruhige Atmosphäre und ganz viel Zeit seien dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Die Patienten müssen die Chance erhalten, ganz in Ruhe über ihre Schmerzen und Beschwerden reden zu können. Wenn wir uns diese Zeit nicht nehmen, können wir uns kein richtiges Bild machen.“ Erst dann werden im nächsten Schritt weitere diagnostische Maßnahmen an Geräten oder etwa durch Blutanalysen eingeleitet. „Es bringt nichts, einfach drauf los zu untersuchen. Es muss alles durchdacht sein.“

Das Gespräch erleichtere aber nicht nur die Diagnose. Wer sich Zeit nimmt und den Patienten zuhört, gibt ihnen ein gutes Gefühl. Sie schöpfen vertrauen, können sich öffnen und fühlen sich sicher. „Wenn dieses Vertrauensverhältnis gegeben ist, wirkt sich das auch auf die Therapie und damit auf eine bessere Genesung aus“, erklärt Dr. Matheiowetz.
Häufig leiden seine Patienten unter Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Erkrankungen an der Lunge, der Niere und der blutbildenden Organe. Gerade, weil diese Krankheiten schnell gefährlich werden können, mahnt der Experte zur Vorsicht. „Das Coronavirus hält immer noch viele davon ab, trotz Beschwerden zu uns zu kommen. Doch das ist viel gefährlicher, als sich vor Ort mit dem Virus anzustecken. Wir sind uns aller Risiken bewusst. Deshalb schätzen wir bei jedem Patient ab, ob er infiziert sein könnte, bevor er das Krankenhaus betreten darf. Besteht nur der leiseste Verdacht, dass eine Infektion bestehen könnte, wird er in einen Klinikbereich gebracht, der abgetrennt vom Rest ist. Dort wird er weiter untersucht und erst, wenn ein negatives Ergebnis sicher ist, werden weitere diagnostische Schritte unternommen. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen immer zu uns zu kommen, wenn Beschwerden auftauchen“, sagt der Chefarzt.

Das gilt auch für Patienten, die an Diabetes leiden, eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Sie wirkt sich oft auf andere Organe aus, beispielsweise Augen und Nieren. Ärzte dieser Fachrichtung müssen alle Aspekte beachten, um eine passende Therapie zu entwickeln. „Es ist deshalb viel wert, wenn das Team aus unterschiedlichen Experten besteht. Wir haben hier den großen Vorteil, dass wir mit dem Standort Kandel eng zusammenarbeiten und den Patienten somit in jeder Lage weiterhelfen können“, so Dr. Matheiowetz. Gerade bei Erkrankungen des Herzens habe das einen großen Vorteil. „Wenn spezielle, auch invasive diagnostische oder therapeutische Massnahmen notwendig sind steht uns Prof. Dr. med. Jörg Stypmann und sein Team in Kandel zur Seite.“

Neben den anderen Fachärzten könne er darüber hinaus auch immer auf seine Kollegen aus der Pflege zählen. „Sie sind genauso wichtig wie Ärzte. Aus diesem Grund ist die Kommunikation untereinander das A und O. Die Visite führen wir immer gemeinsam durch, um auf dem neuesten Stand zu sein und richtig handeln zu können. Ein Vertrauensverhältnis ist nicht nur zwischen Arzt und Patient wichtig, sondern ebenso zwischen den Kollegen. Und darauf können wir uns an den Asklepios Südpfalzkliniken verlassen.“ (per)