Auf Entdeckertour

Das PFALZ-ECHO testet Geocaching in der Region

Da geht‘s lang! (Foto: nam)

Bellheim. Einmal wie Jim Hawkins im Roman „Die Schatzinsel“ einen echten Schatz finden. Wer ist als Kind nicht mit einem Spaten losgezogen, um sich diesen Traum zu erfüllen? Für all jene, die damals mit leeren Händen heimgekehrt sind, gibt es seit einigen Jahren eine erfolgsversprechende Alternative. Das PFALZ-ECHO ging auf Geocaching-Tour …

Ich, Nathalie Müller, begebe mich „auf Entdeckertour durch Bellheim“ und teste das beliebte Geocaching. Geocaching ist ein modernes Suchspiel, bei dem man mithilfe von GPS (Global Positioning System) in der Natur versteckte „Caches“ (engl. Speicher oder Verstecke) aufspürt. Ins Leben gerufen wurde das Spiel im Jahr 2000 durch den Amerikaner Dave Ulmer, der anlässlich der Abschaltung der künstlichen Verrauschung des GPS-Signals durch das US-Militär ein Gefäß mit Kleinkram in den Wäldern Portlands versteckte und im Internet dazu aufrief das Versteck zu suchen. Die Finder konnten einen der Gegenstände gegen ein mitgebrachtes Souvenir tauschen und sich in ein Logbuch eintragen. Der Tourismusverband Südpfalz hat in der Verbandsgemeinde Bellheim vier sogenannte Multicaches versteckt. Naturliebhaber laufen Routen mit bis zu 15 Stationen ab und lösen dabei Aufgaben, die ihnen am Ende die Koordinaten des Verstecks liefern.

Ganz nebenbei etwas über die Geschichte  des Ortes lernen

Zusammen mit einer Freundin beginne ich meine Suche am Bellheimer Rathaus, wo wir uns einen GPS-Empfänger leihen. Ausgerüstet mit demselben, einem Kompass, festem Schuhwerk und Kameras – wir fühlen uns ein wenig wie Touristen – laufen wir los zum Ausgangspunkt der Tour. Zügig arbeiten wir uns von Station zu Station vorwärts und nähern uns somit unserem Traum vom Schatz. Kreuz und quer werden wir durch Bellheim geführt, wobei wir historische Gebäude, Parks sowie Denkmäler passieren. Mal entlang der belebten Hauptstraße, mal abseits auf kleinen Wegen lösen wir die zwölf Rätsel der Tour und lernen ganz nebenbei etwas über die Kultur und die Geschichte des Ortes. Nach etwas mehr als zwei Stunden haben wir alle zwölf Zahlen ermittelt, die wir brauchen, um die Zielkoordinate zu berechnen. Ein Blick auf den Empfänger verrät, dass uns ein letzter Kilometer vom Cache trennt. Dem Ziel nahe und den Blick auf die aufziehenden Regenwolken gerichtet legen wir noch einmal einen Zahn zu. Nur noch wenige Meter von unserem Ziel entfernt steigt die Spannung. Die Tourbeschreibung besagt, der Schatz befinde sich ungefähr zwei Meter links vom Weg, also laufen wir ein Stück in das Geäst und schauen uns um. Im ersten Moment können wir nichts Außergewöhnliches entdecken. Dann fällt uns eine Aufschichtung von Ästen auf, die nicht so recht ins Bild passen mag. Und tatsächlich: Unter dem Gehölz befindet sich eine Truhe. Wir verewigen uns im Logbuch und verstecken den Cache, bevor wir uns zurück zum Rathaus begeben. Eine abwechslungsreiche Tour liegt hinter uns und auch wenn wir keine Goldtruhe erbeuten konnten – den Spaß war es allemal wert. (nam)