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Bei Geheimratsecken, Glatzen und Co gehen die Meinungen auseinander, doch die kahlen Stellen sind viel mehr, als eine Frage des Geschmacks. Jeder zweite Mann in Deutschland leidet unter schütter werdendem Haupthaar und bei 80% der Fälle ist es erblich bedingter Haarausfall. Für Betroffene oft eine große psychische Belastung.

Kein Wunder, dass viele Hersteller und Experten Mittel gegen Haarausfall anbieten, um bei erblich bedingter Alopezie Abhilfe zu schaffen. Einige der besten Mittel werden hier vorgestellt und verglichen, um die Entscheidung für die richtige Behandlungsmethode zu erleichtern.

Wie wirken Mittel gegen Haarausfall?

Erblich bedingter Haarausfall wird in Fachkreisen auch als androgenetische Alopezie bezeichnet. Übersetzt bedeutet dieser Begriff so viel, wie “Haarausfall durch Androgene”. Als Androgene werden männliche Sexualhormone, wie beispielsweise Testosteron, bezeichnet, aus dem der Stoff Dehydrotestosteron (DHT) hervorgeht.

Bei erblich bedingtem Haarausfall führt der Einfluss von DHT auf die Haarfollikel dazu, dass diese sich verengen und die Wachstumsphase der Haare sich verkürzt. Fällt ein Haar nach der Wachstumsphase aus, wird durch die Ablagerung von DHT im Haarfollikel und die eingeschränkte Produktivität durch die Verengung ein dünneres, weicheres Haar nachgebildet. Das Haupthaar lichtet sich, bis schließlich die Haarwurzel abstirbt und keine neuen Haare mehr wachsen können.

Wirksame Mittel gegen Haarausfall sollten also eine oder beide dieser entscheidenden Eigenschaften erfüllen:

  • Hemmung der Wirkung von DHT auf die Haarfollikel
  • Stimulation der Produktivität der Haarfollikel

Die besten Mittel gegen Alopezie

Verschiedene Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall verfolgen unterschiedliche Ansätze. Während einige Hersteller auf eine topische Anwendung setzen, werden andere Mittel oral eingenommen. Inhaltsstoffe zielen dabei darauf auf, die Kopfhaut zu unterstützen, die Durchblutung zu fördern und das Haarwachstum zu steigern.

  1. Coffein Shampoo
    Eines der effektivsten Mittel ist im Vergleich zu anderen Mitteln gegen androgenetische Alopezie ein Coffein Shampoo. Coffein neutralisiert bei täglicher Anwendung nicht nur die Wirkung von DHT auf die Haarfollikel, sondern stimuliert zudem die Durchblutung der Kopfhaut. So gelangen wichtige Nährstoffe zu den Haarwurzeln, die Produktivität der Haarfollikel wird angeregt und die Haare werden länger und dichter.
    Ein Coffein Shampoo wie das von Alpecin vereint beide Eigenschaften, die wichtig sind, um erblich bedingten Haarausfall wirksam zu behandeln und ist dabei sanft zur Kopfhaut. Es lässt sich außerdem durch die tägliche Haarwäsche leicht in den Alltag integrieren. Wer nicht täglich sein Haar wäscht, kann auch ein Coffein-Liquid benutzen. Dabei handelt es sich um ein Leave-In-Produkt, das nicht ausgewaschen wird und im Haar verbleibt, sodass auch so die täglich nötige Coffein-Zufuhr gewährleistet wird.
  2. Minoxidil als Schaum oder Lösung
    Die Behandlung mit Minoxidil erfordert Durchhaltevermögen, denn bevor es zu einer Verbesserung kommt, fallen zunächst mehr Haare aus. Dieses sogenannte Shedding ist notwendig, damit die Haarfollikel sich für die Produktion eines neuen Haars vorbereiten können. Minoxidil fördert vor allem die Blut- und Nährstoffversorgung der Haarfollikel, sodass das Haarwachstum gesteigert wird. Es kann jedoch einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis erste Ergebnisse sichtbar werden.
    Bei einigen Menschen können Schäume und Lösungen, die Minoxidil enthalten zu Reizungen der Kopfhaut, Entzündungen oder allergischen Reaktionen führen. Das Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall muss zweimal täglich angewendet werden, um seine Wirkung zu entfalten. Der Vorteil ist, dass es auch stellenweise angewendet werden kann.
  3. Finasterid zur oralen Einnahme
    Bei mehr als 6 von 7 behandelten Männern stoppt Finasterid die androgenetische Alopezie und kann in manchen Fällen sogar verkümmerte Haarwurzeln dazu anregen, neue Haare zu produzieren. Dabei sorgt Finasterid dafür, dass der für den erblich bedingten Haarausfall verantwortliche Stoff DHT gar nicht erst vom Körper hergestellt wird.
    Die Einnahme erfolgt oral in Form von Tabletten. Der Wirkstoff wird normalerweise eingesetzt, um einer gutartigen Prostatavergrößerung bei Männern entgegenzuwirken. Obwohl Finasterid im Kampf gegen die Alopezie sehr erfolgreich ist, sollten mögliche Nebenwirkungen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Das Mittel kann unter anderem zu Libidoverlust, Erektionsstörungen und Depressionen führen.
  4. Haar Vitamine mit Biotin
    Spezielle Haar Vitamin Präparate mit Biotin unterstützen den Körper von innen heraus, um den Haarausfall zu verhindern. Biotin spielt dabei eine große Rolle, denn es ermöglicht dem Körper erst, bestimmte Nährstoffe in Energie umzuwandeln. In Kombination mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen, wie zum Beispiel Zink und Kreatin, fördern Haar Vitamine ein gesundes Haarwachstum.
    Biotin ist allerdings nur dann effektiv, wenn ein Biotinmangel vorherrscht. Es wirkt nicht an der Wurzel des Problems und sollte deshalb in Kombination mit einem anderen Mittel angewendet werden, welches die Auswirkung von DHT auf die Haarfollikel stoppt.
  5. Naturprodukte
    Natürliche Mittel, wie Arganöl, Aloe Vera oder Kokosöl und ätherische Öle, wie Minze, Zitronengras, Rosmarin oder Salbei können ebenfalls unterstützend wirken, wenn sie leicht in die Kopfhaut einmassiert werden. Sie fördern die Durchblutung der Kopfhaut und versorgen diese mit Feuchtigkeit und Nährstoffen.

Erblich bedingter Haarausfall kann gehemmt, aber nicht geheilt werden. Deshalb muss eine Behandlung langfristig erfolgen. Wird das Mittel gegen Haarausfall abgesetzt, setzt der Haarausfall wieder ein. Weil abgestorbene Haarwurzeln nicht mehr reaktiviert werden können, gilt: Je früher der Haarausfall diagnostiziert und behandelt wird, desto besser.

Andere mögliche Ursachen

Wie bereits erwähnt handelt es sich in 80% aller Fälle um erblich bedingten Haarausfall, doch auch andere Haarausfall Ursachen sind möglich. Die drei gängigsten Ursachen neben androgenetischer Alopezie sind:

  • Stressbedingter Haarausfall
  • Diffuser Haarausfall
  • Kreisrunder Haarausfall

Wenn erblich bedingter Haarausfall auszuschließen ist, sollte ein Arzt oder Dermatologe konsultiert werden, denn dann kann ein Mittel gegen Haarausfall ausschließlich symptomatisch wirken und zugrunde liegende Ursachen müssen geklärt werden.