Die frühkindliche Karies

Dr. med. dent. Andreas Meyer, Zahnarzt aus Bellheim, informiert über frühkindliche Karies:

Die frühkindliche Karies, international als Early Childhood Caries (ECC) bekannt, ist weltweit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kleinkind- und Vorschulalter. Hierbei kommt es zu massiver Milchzahnkaries an den oberen Schneide- und Backenzähnen von Babys und Kleinkindern. Annähernd die Hälfte aller kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, ist dabei bereits in den ersten drei Lebensjahren entstanden. Auslöser der Karies sind zuckerhaltige Getränke und Speisen. Besonders die Gabe von Nuckelflaschen mit Säften, gesüßten Tees und anderen zuckerhaltigen Getränken stellt ein großes Problem dar. Eine gesunde Alternative ist von Beginn an die Gabe von ungesüßten Tees und Wasser. Das Kind kann sich so gar nicht erst an den Geschmack von Süßgetränken gewöhnen und danach verlangen. Besonders die nächtliche Gabe der Nuckelflasche mit zuckerhaltigen Getränken führt zu frühkindlicher Karies. Eine Neutralisierung der Kariessäuren durch den Speichel des Kindes kann nicht mehr erfolgen, da die nächtliche Speichelproduktion generell stark reduziert ist. Leider werden Milchzähne von vielen Eltern fälschlicherweise für nicht wichtig gehalten, da sie ihrer Meinung nach früher oder später von den bleibenden, noch kommenden Zähnen ersetzt werden. Das ist aber so nicht richtig. Die Milchzähne erfüllen eine sehr wichtige Platzhalterfunktion und sind entscheidend für die Gebiss- und Sprachentwicklung sowie die Nahrungsaufnahme des Kindes. In seltenen Fällen kann es auftreten, dass ein Zahn oder sogar mehrere bleibende Zähne des Kindes gar nicht erst angelegt sind. Das bedeutet, dass der entsprechende Milchzahn keinen Nachfolger bekommt und in dem Fall ein Leben lang gesund erhalten werden sollte.

Eine zuckerarme Ernährung des Kindes und eine gute häusliche Zahnpflege sind von entscheidender Bedeutung für die Zahngesundheit. Ab etwa sechs Monaten, also mit Durchbruch des ersten Milchzahnes, sollten die Eltern mit dem Putzen beginnen. Fluoride in Zahnpasta und Speisesalz spielen eine wichtige Rolle bei der Kariesprophylaxe. Eine erbsengroße Menge Kinderzahncreme mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm ist dabei völlig ausreichend.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sollten bereits im frühen Kindesalter erfolgen, so dass der Behandler das Kariesrisiko einschätzen und rechtzeitig eingreifen kann.

Dr. med. dent. Andreas Meyer, Schuberstraße 1a, Bellheim, 07272-8250, 
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