Die Generation Z ist prüde, verwöhnt und langweilig. Bestimmt haben Sie bereits selbst von derartigen Urteilen über die mittlerweile jungen Erwachsenen dieser besonderen Generation gehört.

Tatsächlich trinkt die Generation Z kaum Alkohol, sie läuft nicht mehr von Problemen davon und akzeptiert nicht mehr sämtliche Dinge, die von den Vorgängergenerationen als gegeben hingenommen wurden. Eigentlich sollten die Älteren den sogenannten Post-Millennials dafür dankbar sein, doch wahrscheinlich schwingt immer auch ein wenig Neid mit. Noch vor wenigen Jahren war es nämlich nicht ohne Weiteres möglich, offen über seine Sexualität, über seine Probleme und über die mentale Gesundheit zu sprechen.
Eben weil die Generation Z bereit ist, über die seelische Verfassung offen zu sprechen, werden junge Menschen oft als schwächer und weniger belastbar abgetan. Sie selbst wissen allerdings bestimmt, dass es alles andere als einfach ist, über die eigenen Schwächen und Ängste zu sprechen, selbst, wenn sich die Öffentlichkeit mittlerweile wesentlich offener zeigt.
Ein Report über die mentale Gesundheit zeigt, dass der lange Weg zu einem Mehr an seelischer Gesundheit noch lange nicht vollständig beschritten ist. Offen mit seinen Problemen umgehen und sich die verdiente Hilfe suchen, das ist nur der erste Schritt. Lösungen finden sich allerdings nur dann, wenn nicht gleichzeitig das Anforderungsprofil im alltäglichen Leben ständig steigt und wenn die gesundheitliche Infrastruktur es überhaupt erst möglich macht, einen Termin bei einem entsprechend geschulten Arzt oder Therapeuten zu finden.

Steht der Durchbruch bevor?

Ist die gesundheitliche Versorgung in der Region gesichert, so stellt das einen ersten, wichtigen Schritt dar. Nur, weil es die Möglichkeit gibt, sich an geschulte Ärzte zu wenden, wenn die Seele leidet, bedeutet aber noch lange nicht, dass dieses Angebot angenommen wird. Das große Problem zeigt sich schließlich nicht darin, mit professioneller Hilfe zu sprechen, sondern in der eigenen Familie und im näheren Umfeld.
Die Politik und die Gesellschaft müssen, etwa mit entsprechenden Gesundheitstagen, dafür sorgen, dass das Thema zu Hause angesprochen wird. Die Jüngeren müssen den Mut haben, über das Thema zu reden und die Älteren müssen über den eigenen Schatten springen und eine gewisse Sensibilität an den Tag legen. Erst, wenn das Gespräch über die mentale Gesundheit die Norm ist, kann der ersehnte Durchbruch erfolgen

Die seelische Gesundheit aus einem anderen Blickwinkel

Mittlerweile sind sich die Experten sicher, dass Depression heilbar ist. Die Voraussetzung dafür ist allerdings die, dass seelische Krankheiten keinen Sonderstatus im Vergleich zu sämtlichen anderen Krankheiten einnehmen.
Die Liste gängiger Antidepressiva und deren lange Geschichte sind der beste Beweis dafür, dass die seelische Erkrankung trotz ihrer Symptome immer noch eine Erkrankung des Körpers ist. Nur, weil sich diese auf eine andere Art und Weise zeigt, darf diese nicht weniger ernst genommen werden.

Das Urteilen muss aufhören, es ist ähnlich wie beim Sport. Auch dort sehen sich Fans, die sich nicht für den Breitensport interessieren, immer wieder Anschuldigungen ausgesetzt. Schon immer war es eine menschliche Schwäche, das Andere, das vermeintlich Schwächere oder auch das Komplexere, zu verurteilen. Selbst, wenn man nicht unter Depressionen leiden sollte, ist es das Beste, die eigene Einstellung dem Thema gegenüber zu überdenken. Der Wandel kann nämlich nur dann passieren, wenn die breite Masse versteht, was vor sich geht und was eigentlich auf dem Spiel steht.