Hambach. Die Schauspielerin Henriette Richter-Röhl spielt in der ARD-Familiensaga „Weingut Wader“ die Bio-Winzerin Anne Wader. Gedreht wird die Degeto-Reihe im pfälzischen Hambach. Am Freitag, 22. November, sowie am Freitag, 29. November, jeweils um 20.15 Uhr, werden im Ersten Folge drei und vier ausgestrahlt. Das PFALZ-ECHO hat vorab mit Henriette Richter-Röhl über die Herausforderung gesprochen, eine Winzerin zu spielen.

Sie spielen die Bio-Winzerin Anne Wader – wie gut kennen Sie sich eigentlich mit Wein aus?

Henriette Richter-Röhl: Eigentlich kannte ich mich gar nicht mit Wein aus. Aber durch Anne und die Zeit, die ich in der Pfalz und auf diesem wunderbaren Weingut verbracht habe, weiß ich jetzt schon mehr als die meisten Menschen in meiner Umgebung. Auf jeden Fall ist es schon so viel, dass ich beim Essen mit Freunden schön angeben kann. Und, was sich seit dem Dreh auch verändert hat, ist, dass ich keinen schlechten Wein mehr trinken kann – da hat mich der Winzer, der uns Schauspieler betreut, ein bisschen verdorben (lacht).

Mussten Sie sich für den Dreh intensiv mit der Herstellung des Weines beschäftigen?

Henriette Richter-Röhl: Ich musste nicht, aber ich durfte. Und wir wurden die ganze Zeit vom Weingutbesitzer Andreas Schäffer und anderen Winzern betreut. Man kann jaunheimlich viel falsch machen, z. B. wenn man den Wein probiert – es muss ja alles authentisch aussehen. Das habe ich alles erst beim Drehen gelernt.

In einem der neuen Filmen wollen Sie das Weingut auf biodynamischen Weinbau und verantwortungsvolles Klimafarming umstellen – was heißt das konkret?

Henriette Richter-Röhl: Das ist ganz aufregend, was da gerade im Weinbau passiert. Winzer und auch andere Landwirte stellen Pflanzenkohle her, die sie zum Beispiel mit Kuhmist Quasi aufladen. Diese Kohlestücke funktionieren wie ein Schwamm, die die Nährstoffe über eine ganz lange Zeit und kontinuierlich abgeben. Diese Methode verbessert die Bodenqualität immens und macht ihn lebendig, man braucht überhaupt keine Pestizide mehr. Anne Wader hält einen Vortrag über diese Methode an der Universität – und der Zuschauer lernt richtig etwas, ohne dabei belehrt zu werden. Ich habe da wirklich gestaunt während der Dreharbeiten.

Haben Sie während der Dreharbeiten etwas über die Pfalz gelernt?

Henriette Richter-Röhl: Ich habe vor den Dreharbeiten überhabt nichts über die Pfalz gewusst. Ich war von Anfang an sehr (…) überrascht, wie sauber und ordentlich es in der Pfalz ist – ich selbst komme aus dem Osten und Landleben habe ich immer mit Mecklenburg, gleichgesetzt wo es ja eher ursprünglich und wild ist. In der Pfalz ist die Natur sehr kultiviert. Ich brauchte einen Moment, um die Schönheit dieser Landschaft zu entdecken – dafür mag ich die Pfalz jetzt umso mehr. (…)

Anne (Henriette Richter-Röhl, li.), Matthias (Max von Pufendorf) und Tori (Caroline Hartig) tun alles, damit die Reben nicht erfrieren. (Foto: ARD Degeto/Frank Dicks, honorarfrei)

Hatten Sie Zeit, die Pfälzer Küche auzuprobieren?

Henriette Richter-Röhl: Die Pfälzer Küche ist für mich nicht so relevant, weil ich Vegetarierin bin – dafür habe ich mich aber intensiver mit den Weinen beschäftigt.

Sind Sie eher der Rotwein- oder Weißweintrinker?

Henriette Richter-Röhl: Ich trinke nur Rotwein. Ich mag den Geschmack von Weißwein eigentlich sehr gerne, aber ich vertrage ihn nicht so gut. Es ist nur ein bisschen fatal mit der Weintrinkerei. Ich habe es mir auch bei dem letzten Film verbieten müssen, zu oft zu probieren – es ist einfach wahnsinnig verführerisch, wenn man den ganzen Tag mit Wein hantiert.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Rolle als Winzerin Anne Wader?

Henriette Richter-Röhl: Anne ist eine so schön widersprüchliche, starke Person, und damit nicht die klassische TV-Heldin, die immer alles richtig macht. Sie macht Fehler und kämpft sich durchs Leben. Die Figur ist überhaupt nicht abgehoben, sondern sehr bodenständig und die Geschichten sind es auch. Deswegen freue ich mich total, Anne zu haben. (pdp)