„Die wisse nit, was se verpasse!“

Wahlpfälzer: Felix Mack aus Grünwettersbach ist von der Pfalz überzeugt

In der Kandler Feuerwehr ist Felix Macks zweites Zuhause. (Foto: privat)

Kandel / Grünwettersbach. In seiner Serie berichtet das PFALZ-ECHO über waschechte „Wahlpfälzer“: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Orten – ob in Deutschland, Frankreich oder Brasilien – kommen und hier in der Südpfalz eine neue Heimat gefunden haben.

Eine gewisse „Rivalität“ kann man bisweilen schon spüren zwischen den Bewohnern der linken und der rechten Rheinseite. Felix Mack kennt beide Seiten: Er stammt aus dem Karlsruher Höhenstadtteil Grünwettersbach und wohnt inzwischen seit sieben Jahren in Kandel. „Grünwettersbach, ist ein Dorf mit rund 4.000 Einwohnern. Es ist zwar ein Stadtteil von Karlsruhe, liegt aber deutlich außerhalb auf den letzten Ausläufern des Nordschwarzwaldes, bevor die Landschaft in die Rheinebene abfällt“, erklärt der Wahlpfälzer, der aufgrund eines Kompromisses in die Pfalz kam: „Ich zog 2010 mit meiner damaligen Freundin nach Kandel. Sie arbeitet in der Pfalz, von Karlsruhe aus zu weit zum Pendeln; ich studierte in Karlsruhe.  Es war also eine rein pragmatische Entscheidung, und dass wir nach Kandel zogen, war reiner Zufall – oder, aus heutiger Sicht betrachtet, Glück, wenn man sieht, was sich daraus entwickelt hat.“ Die ersten zwei Jahre richtete Felix Mack sein Leben noch nach Karlsruhe aus: dort studierte er, hatte seinen Nebenjob und leistete Jugendarbeit in der dortigen Feuerwehr. Dieses Hobby – die Feuerwehr – war es auch, die ihn der Pfalz nach zwei Jahren hier schnell viel näher brachte: „Ich trat der Feuerwehr Kandel bei. Damit änderte sich alles – binnen weniger Wochen war ich sehr freundschaftlich aufgenommen worden, fand neue Freunde, neue soziale Bindungen und hatte hier recht schnell meinen Platz.“

Gibt es tatsächlich so große Unterschiede zwischen den Leuten aus Baden und denen aus der Südpfalz, wie Vertreter jeder Seite immer wieder vehement propagieren? Felix Mack sieht durchaus Unterschiede: „Hier in Kandel herrscht aus meiner Sicht eine ‚Wir machen das jetzt einfach‘-Stimmung. Während in meiner alten Heimat immer nur auf Karlsruhe geschimpft wurde, geht es hier in Kandel halt einfach vorwärts. Nicht immer perfekt natürlich, denn wo läuft schon alles rund, aber eben doch mit einem gesunden Selbstbewusstsein und einer guten Portion ‚Pälzer Nationalstolz‘. In meiner alten Heimat wurde immer über die ‚dabbichen Pfälzer‘ hergezogen – und wenn hier bei meinen Freunden mal das Thema darauf kommt, sagen sie immer: ‚Lass die doch babble do driwwe. Die wisse doch gar nit, was se verpasse.‘ Ich mag diese entspannte Haltung, sie hat auf mich abgefärbt.“ Eine Sache würde 31-Jährige jedoch gerne auf dieser Seite des Rheins haben: „Meinen Arbeitsplatz – die Pendelei nervt gewaltig. Und meine Eltern, die ich durch die Distanz nun leider deutlich seltener sehe. Der Rest darf drüben bleiben.“ Auch auf die Frage, was aus der Pfalz er gerne in die „alte Heimat“ bringen würde, schmunzelt er nur: „Nichts! Die sollen fürs Pfalz-Feeling gefälligst herkommen!“ (yv)