Maschinenbau-Student Lukas Gerdon mit einem Einheimischen. (Foto: privat)

Landau/China. „Seeds for the Future“ – so heißt das Austauschprogramm, bei dem das chinesiche Technologieunternehmen Huawei jährlich 20 Studierenden aus Deutschland eine Reise durch China und einen Besuch im Hauptsitz des Unternehmens in Shenzhen ermöglicht. Der Landauer Lukas Gerdon war einer der glücklichen Studenten, die an der vierwöchigen Reise in das Land der aufgehenden Sonne teilnehmen durften. Der Maschinenbau-Student an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hatte sich im Vorfeld gegenüber 400 Mitbewerbern durchgesetzt: „Wir mussten einen Aufsatz über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China schreiben und diese den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA gegenüberstellen“, erzählt der 24-Jährige von der Hürde, die es zu bewältigen galt, um an der Reise teilnehmen zu dürfen.

Am dritten März ging es dann endlich los für den Pfälzer Studenten. Das erste Reiseziel hieß Peking. Neben einer Besichtigung der Hauptstadt Chinas standen ein zweiwöchiger Sprachkurs mit Kaligraphieunterricht sowie ein Besuch der deutschen Botschaft auf dem Programm der Studenten. „Wenn man in China ankommt, wird man erst einmal überwältigt von den vielen fremden Eindrücken, die auf einen einprasseln. Deswegen war es ganz gut, erst einmal zwei Wochen in Peking zu verbringen“, berichtet Gerdon.
Die eigentliche touristische Reise begann dann ab Woche drei – insgesamt legten die Studenten 3.000 Kilometer zurück. Von Peking und Shanghai ging es über Hangzhou und Hongkong bis nach Shenzen, dem Konzernsitz von Huawei. In der Konzernzentrale besuchten die Studenten Workshops, in denen es für sie sehr technisch und anspruchsvoll wurde. „Ich habe viel gelernt, zum Beispiel dass China uns in netzwerktechnischer Hinsicht um einiges voraus ist, weil hauptsächlich Glasfaserleitungen für die Datenübertragung genutzt werden. In Zeiten von LTE und anderen drahtlosen Technologien punkten die modernen Glasfaser-Netzwerke vor allem mit ihrer Geschwindigkeit und Zukunftssicherheit“, erklärt der Pfälzer.

An der chinesichen Kultur schätze der 24-Jährige vor allem die Gastfreundschaft, die er als „überwältigend“ beschreibt. In China sei man des Weiteren niemals alleine, die Gemeinschaft habe einen sehr hohen Stellenwert: „Natürlich sind auch wir Pfälzer ein sehr geselliges Volk, dennoch hat dies in China eine andere Qualität“, berichtet er und nennt ein Beispiel: „Wenn die Chinesen Geschäfte abschließen, muss man im Vorfeld mindestens einmal miteinander gegessen und getrunken haben.“ In diesem Punkt ähnelten sich Pfälzer und Chinesen zumindest, schließlich würde man ja auch hierzulande gerne in Gemeinschaft essen und Wein trinken.

Obwohl Lukas Gerdon China, seine Kultur und die Menschen sehr interessant findet und jeden Tag im Land der aufgehenden Sonne genossen hat, könnte er sich nicht vorstellen, dauerhaft in China zu Leben. „In China und vor allem in Peking ist es schwer, dem Trubel zu entkommen“, erzählt der Student und fügt hinzu: „Am Tag meiner Ankunft in der Pfalz bin ich erst einmal alleine durch die Weinberge spaziert und habe die Ruhe genossen.“
Im September tauscht der Maschinenbau-Student die Pfälzer Ruhe aber wieder mit dem chinesischen Trubel ein – für ein Jahr. (pdp / Titelfoto: privat)