Einfach machen!

    Sportarten ausprobieren mit Max Rumsauer: Klettern

    Gletscher am Punta Penia. (Foto: Max)

    24 Jahre ist Max Rumsauer alt, begeisterter Sportler mit Leib und Seele. Schon als Kind hat der Pfälzer viele Sportarten angefangen, aber in keiner hat er seine Erfüllung gefunden. Nun hat der Weltenbummler aus Diedesfeld beschlossen, aus diesen „Nicht-Erfüllungen“ einen Ratgeber zu gestalten.

    In seinem Vblog „Maxample“ stellt Max alle Sportarten vor, die er in seine Finger bekommt. In diesem Bestreben ist er zusammen mit Raphaela, einer Pfadfinderin, spontan Freitag nachmittags nach Südtirol gefahren, um dort auf den Punta Penia, den höchsten Berg der Dolomiten, über den „Westgrat-Klettersteig“ zu klettern.

    Die Umsetzung und Planung war sehr einfach. Ich erkundigte mich im Internet über die Schwierigkeit des Klettersteiges. Im Durchschnitt wird er mit „A-B“ auf der Skala angegeben deshalb orientierte ich mich am Klettersteig der Zugspitze, vermutete dass er machbar ist und somit stand der Plan für uns fest: Wir steigen Samstags auf diesen Berg.

    Auf 2.700 Metern an der Bergstation angekommen, orientierten wir uns erst einmal und genossen den majestätischen Anblick des uns umgebenden Gebirges, das Marmolata- und Rosengarten-Gebirge war ein absoluter Traum. Anschließend zogen wir los, durchquerten karge alpine Landschaften und überquerten einen Gletscher, um dann am Klettersteig anzukommen. So wie wir ankamen, zogen wir unsere Ausrüstung an und legten auch gleich los. Es ist jedes Mal ein einzigartiges Gefühl, wenn man den ersten Griff am Fels getan hat: Man schafft eine Verbindung, die für die Ewigkeit anhält.

    Nach einigen Höhenmetern mussten wir feststellen, dass das Stahlseil, an dem wir gesichert waren teilweise tief unter Eis und Schnee begraben war und wir somit diese Abschnitte ungesichert Klettern mussten. Wiederrum andere Abschnitte waren durch das Eis so glatt, dass man seine Gleichgewichtskünste auf dem Grat unter Beweis stellen musste. Aber es war tatsächlich ein Heidenspaß, auf solche Art und Weise auf die Probe gestellt zu werden. Des Weiteren war die Umgebung beziehungsweise der Grat, auf dem wir uns aufhielten – unglaublich. Zur Linken ein hell blauer Gletscher und zur Rechten ein tiefes Tal mit grünen Wiesen. Wir haben diese Kletterei mehr als genossen. Als wir nach einigen Stunden auf drei Italiener trafen, die von oben kamen, erkundigten wir uns, wie weit und lange es dauert, um den Gipfel zu erreichen, und mussten nach der Antwort leider beschließen umzukehren, da der Steig doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. 

    Ein wenig enttäuscht begaben wir uns langsam nach unten. Nun galt aber die Devise: Achtsam bleiben. Es passiert nur allzu schnell, dass man sich dabei erwischt, den Abstieg nicht ernst genug zu nehmen. Jedoch verlief alles wie am Schnürchen und wir konnten uns nach zehn Stunden eine wirklich fabelhafte Pizza gönnen.

    Auch wenn wir den Gipfel nicht erreichen konnten, war mir der Versuch und das Engagement das wichtigste Ziel an diesem Wochenende und wiedermal eine gelungene Abwechslung zu dem allzu tristen Alltag. 

    Zum Wohl die Pfalz!

    Im Überblick
     

    Vorbereitung: Um dieses Abenteuer bestmöglich zu gestalten sind 
folgende Punkte zu berücksichtigen:

    • Informationen über den Klettersteig sammeln 
(Schwierigkeitsgrad, Route, Dauer, Ausrüstungsbedarf etc.)

    • Wie sind die Wetterbedingungen?

    • Wo finde ich Unterkünfte?

    • Welches Gepäck reicht aus?

    • Wie viel Verpflegung benötige ich?

    Anforderungen bzw. Voraussetzungen:

    • Spaß an körperlicher Belastung

    • Ausdauer

    • Klettersteigerfahrung

    • Abenteuerlust

    Größte Herausforderung: Die Einsicht aufzubringen, den Klettersteig vorzeitig abzubrechen.

    Der schönste Moment: Im Grunde war das gesamte Erlebnis unvergleichlich, jedoch war die Brotzeit auf dem Grat mit wunderschöner Kulisse ein perfekter Moment!