Landau. Einen badenden Sibirischen Tiger wie heute im Landauer Zoo bekommt man normalerweise selten zu Gesicht, denn anders als ihre südostasiatischen Verwandten sind die Tiger im Landauer Zoo lieber im Trockenen. Aber was ist schon normal bei Temperaturen, die seit Wochen fast täglich über 30 Grad klettern? Die Zoologin Dr. Christina Schubert erklärt bei einem Rundgang durch die Tiergehege, dass die Tiger manchmal sogar ins Wasser gelockt werden müssen. Dann bereiten die Pfleger Eispakete für die Tiere vor – Tierfutter gemischt mit Wasser, in einem Kübel tiefgefroren – und werfen diese in die Wasserstellen. Um ans Futter zu kommen, müssen die Tiger also ins erfrischende Nass und haben außerdem noch eine Weile eine kühle Beschäftigung. Auch andere Tierarten bekommen ähnliche Pakete bei diesen Temperaturen.

Der Sibirische Tiger kühlt sich im Teich ab. (Foto: hea)

„Im Landauer Zoo gibt es aber keine Tiere, die mit solchen Temperaturen wirklich Schwierigkeiten haben“, berichtet Schubert, „viele stammen aus tropischen und subtropischen Regionen, wo es ja noch viel heißer ist als jetzt hier.“
Trotzdem ist einigen in den letzten Wochen natürlich die Hitze anzumerken: Das Pinselohrschwein liegt nachmittags am allerliebsten in seiner Schlammkuhle, um sich zu kühlen, Geparden, Gnus und Zebras suchen sich schattige Plätze und die Affen werden etwas träger. „Wir achten sehr darauf, dass alle unsere Tiere Möglichkeiten haben, sich abzukühlen!“, betont die Zoologin weiter. Dazu gehören in jedem Gehege Unterstellmöglichkeiten, Tümpel und Kuhlen. Morgens werden im Affengehege die Pflanzen gesprengt – die Tiere sind zwar eigentlich wasserscheu und nutzen den Wasserstrahl nicht direkt, aber können sich danach auf dem feuchten Untergrund gut abkühlen.

Abkühlung in der Schlammkuhle sucht das Pinselohrschwein. (Foto: hea)
Der Gepard macht es sich im Schatten gemütlich. (Foto: hea)

Für die Schimpansen im Landauer Zoo ist im Moment aber etwas ganz anderes das tägliche Highlight: Nach der Mittagspause gibt es Eis am Stiel! Schimpansendame Gerti ist die Aufregung ganz besonders anzumerken, als die Pflegerin die Abkühlung vorbereitet, erwartungsvoll klammert sie sich mit ihren beiden Artgenossen an den Zaun uns streckt den Arm aus. Heute steht Apfeleis auf dem Programm. Schubert erklärt, dass es sich dabei natürlich nicht um Eis vom Kiosk handelt: „Wir pürieren einfach eine Ration Obst, die die Affen sowieso täglich bekommen, und frieren es ein.“ Gesund und erfrischend also. Gerti leckt auch nach 15 Minuten noch genüsslich an ihrer Portion, die Abkühlung nehmen die Schimpansen sichtlich gerne an.

Der Humboldt-Pinguin stammt aus Chile und Peru – Teperaturen über 30 Grad sind für ihn kein problem. (Foto: hea)
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