Einmaliges Island

Näher betrachtet: Geschichten von einer zugeschneiten Stadt, frostfesten Surfern und tanzendem Nebel

Island/Schaidt. Unsere freie Mitarbeiterin Vivien Kretz hatte die Gelegenheit, sich in Island ein wenig umzuschauen und es mit ihrer Heimat in der Südpfalz zu vergleichen…

Schon immer hat mich dieses Land interessiert. Die Vulkane, Gletscher, Geysire, Wasserfälle und Islandponys – all das muss wohl wunderbar sein. Und jetzt kann ich sagen: Das ist es auch!
Natürlich stellt Island einen Kontrast zur Südpfalz dar, weshalb es aber gerade besonders reizvoll ist. Um die Unterschiede zu benennen, es fängt schon im Supermarkt an: Alles kostet mehrfach so viel wie zu Hause. Da lassen einen Kekse oder eine einzelne Gurke für vier Euro nicht schlecht schlucken. Doch zum Glück gibt es dort auch ein paar Discounter, in denen alles „nur“ doppelt so viel kostet wie zu Hause. Eine weitere Besonderheit ist der starke Schwefelgeruch des Leitungswassers, der einen bei der morgendlichen Dusche an faule Eier denken lässt.

Aber der nächste Schock lässt nicht lange auf sich warten: Bald müssen wir unser Auto mit einer Salatschüssel aus einem halben Meter Schnee ausgraben! Zuerst halten wir das für einen normalen Zustand in Reykjavík, aber nein: die Stadt hatte solchen Schnee seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen – und meine Familie mittendrin. Unseren Augen wollen wir auch nicht trauen, als wir an der Küste ein paar Isländer im Neoprenanzug durch den Schnee stapfen sehen, die sich auch wenig später mit ihren Surfbrettern auf die eiskalten Wellen wagen. In Island lässt man sich nicht vom Wetter beeindrucken – Pläne werden einfach durchgezogen. Die Einwohnerzahl Islands beträgt noch nicht einmal eine halbe Million, was dazu führt, dass man bei der Fahrt durch die isländische Natur oft kilometerweit an keinem einzigen Einsiedlerhof vorbeikommt. Die Natur ist in vielen Bereichen unberührt und kann sich zu ihrer vollen Schönheit entfalten.
Ein Vorteil bei einer Reise im Winter trotz der frostigen Temperaturen ist natürlich die Chance, die Polarlichter zu sehen: So fahren wir eines Abends irgendwo durchs Nirgendwo – und dann sehen wir sie. Zwar nicht so strahlend bunt wie auf Fotografien, aber trotzdem so faszinierend, dass man den Blick nicht abwenden kann: milchig graue, leicht grüne Nebelschwaden, die am Nachthimmel zirkulieren und mit den Sternen tanzen. Allein schon das hat die Reise einmalig gemacht. Das Land aus Feuer und Eis kann ich wirklich jedem ans Herz legen. Ich kann mich nur bedanken für die einmaligen Eindrücke, die mir dieses Land geschenkt hat: Takk Island! (viv)