Ein Diensthund ist ein speziell für den hoheitlichen Aufgabenbereich ausgebildeter Gebrauchshund. Diensthunde werden international von den entsprechenden staatlichen Organisationen eingesetzt. Sie werden von einem Diensthundeführer geführt. Das PFALZ-ECHO hat sich über die Diensthunde bei der Polizei in Rheinland-Pfalz umgehört.

Sucheinsätze nach Vermissten, Fahndungen nach flüchtigen Tätern, Durchsuchungen und vieles mehr – die Diensthunde sind aus dem polizeilichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dank ihrer ausgeprägten Sinnesorgane und den spezifischen Fähigkeiten sind die Vierbeiner eines der effektivsten Einsatzmittel der Polizei. Das Polizeipräsidium Westpfalz verfügt momentan über acht Rauschgiftspürhunde, vier Sprengstoffspürhunde, einen Brandmittelspürhund, einen Leichenspürhund, einen Diensthund-Personensuche, einen Banknotenspürhund und diverse Kombinationen. Jedem der 18 Hunde ist ein Diensthundeführer zugeteilt; der Hund verbleibt während der Ausbildung und sein ganzes Leben bei seinem Herrchen. Doch wie werden die Polizeihunde eigentlich ausgebildet? „Die Hunde werden von Züchtern im In- und Ausland im Alter von zwölf bis 36 Monaten angekauft. Ein wichtiges Kriterium ist dabei ihr Spieltrieb. Bei der ersten Begegnung muss der Hund auch am Schutzarm zubeißen können, so sieht man, ob er für eine polizeiliche Ausbildung geeignet ist. Nach der Probezeit kommt der Hund auf einen zwölfwöchigen Lehrgang in Enkenbach, danach muss er eine Prüfung ablegen und darf sich Polizeihund nennen. Nach der Grundausbildung wird er nochmals auf Lehrgang zur Spezialausbildung in den verschiedenen Staffeln geschickt“, so der Leiter der Diensthundestaffel mit Sitz in Ludwigshafen Volker Claus, der bereits seit 1979 im Dienst bei der Polizei ist und seit 1987 bei der Hundestaffel: „ Leiter der momentan 18 ausgebildeten Hunde bin ich seit 2011 und habe mittlerweile meinen fünften Diensthund. Privat bin ich natürlich auch sehr hundelieb und habe Spaß am Hund, ich habe mein Hobby sozusagen mit meinem Beruf verbunden“, fügt Claus hinzu.

Die Vierbeiner gehören zur Diensthundestaffel der Direktionen Landau, Neustadt und Ludwigshafen, die in Edenkoben stationiert sind; insgesamt gibt es fünf Diensthundestaffeln.

Die Diensthundestaffel versteht sich selbst als Servicedienststelle für die anderen Polizeidienststellen. Zu den vielfältigen Aufgaben gehören: allgemeine Streifentätigkeit (Fahrzeug- und Fußstreifen), selbstständiges Tätigwerden bei Gefahren- und Verdachtsfällen, Überwachung von Kriminalitätsschwerpunkten, Unterstützung der Schutz- und Kriminalpolizei im täglichen Dienst bei Festnahmen, Durchsuchungen, Fahndungen, Vermisstensuchen und Großeinsätzen, Unterstützung anderer Behörden (Ordnungsämter/Justiz/Zoll). „Die Hunde werden von den verschiedenen Polizeidienststellen angefordert und wir versuchen alles möglich zu machen. Wir haben zwischen 5.500 bis 6.000 Einsätze pro Jahr. Es sind sehr viele Gebäudedurchsuchungen dabei. Durchschnittlich im Jahr kommt es zu 60 bis 70 Täterfestnahmen durch den Hundeeinsatz. Meist reicht schon die bloße Hundeandrohung, um den Täter zu stellen. Im Notfall muss der Hund natürlich auch mal zubeißen“, erklärt Claus.