Fasching kann kommen!

Polizei vor neuen Herausforderungen – nicht nur an Fasching

Die Polizeiwache in Landau ist nicht nur über die närrischen Tage rund um die Uhr besetzt. Hier werden Notrufe entgegengenommen und die Kollegen zu den jeweiligen Einsätzen beordert. (Foto: mda)

Offenbach/Bellheim. Der Alltag der Polizei hat sich in den letzten Jahren verändert: Polizeioberkommissar Torsten Lang von der Polizeidirektion Landau kann sich noch bildhaft daran erinnern, wie vor einigen Jahren ein Faschingsumzug in Offenbach kurzzeitig zu eskalieren schien. Auch bei den Umzügen in Bellheim und Germersheim und Bellheim musste in letzter Zeit eine erhöhte Gewaltbereitschaft vor allem unter Jugendlichen festgestellt werden. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und die Situationen dennoch ruhig zu halten, werden in diesem Jahr 400 Einsatzkräfte im Bereich der Polizeidirektion Landau auf die närrischen Tage 2018 vorbereitet sein.

Eine Urlaubssperre musste Jörg Dausch, Polizeihauptkommissar und Koordinator für die Einsätze der Kollegen, nicht verhängen: „Jeder weiß, dass in dieser Zeit viel los ist. Zumal wir voraussichtlich wieder Anforderungen aus Mainz und Ludwigshafen erhalten und mit unseren Leuten auch dort für die Sicherheit bei den Faschingsumzügen sorgen werden.“ Im eigenen Dienstbezirk kommen die Beamten bei den Umzügen in Bellheim, Germersheim und Herxheim zum Einsatz. Das große Thema hierbei lautet: Jugendschutz. Das Thema für den Menschen hinter der Uniform: Respekt.

Jörg Dausch ist verabredet im Rathaus in Herxheim. Gemeinsam mit dem örtlichen Karnevalsverein, der Gemeindeverwaltung, Vertretern von Feuerwehr, DRK und privatem Sicherheitsdienst wird der Ablauf des Faschingsumzuges detailliert besprochen, geplant und vorbereitet.

Gestatten, Bob! Wer sich bereiterklärt nüchtern zu bleiben und Verantwortung für die Heimfahrt zu übernehmen, der bekommt mit dem zur Aktion gehörigen Schlüsselanhänger „Bob“ in ausgesuchten Lokalen, Kinos oder Fahrschulen Vergünstigungen. (Foto: mda)

Die Zusammenarbeit mit den Kommunen läuft bereits seit vielen Jahren vorbildlich, bestätigt auch Polizeihauptkommissar und Pressesprecher Sebastian Burkhard. Einzige Sorge, die ihn umtreibt: Auf welche Stimmungslage werden die Einsatzkräfte bei den drei Hauptveranstaltungen im Dienstbezirk treffen? Wer die Nachrichten verfolgt, kennt die Schlagzeilen: „Gewalt gegen Rettungsdienste“ oder „Attacke gegen Feuerwehrmann“. Auch für den Bereich der Polizeiinspektion Landau schließt niemand aus, dass aus Frohsinn Wahnsinn werden und Betrunkene zu Gewalt neigen könnten. Die Beamten sind aber physisch wie psychisch auf die Atmosphäre eingestellt.

Auch für die eigene Sicherheit der Umzugsbesucher gibt die Polizei Ratschläge: eigene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen, respektloses Verhalten gegenüber Rettungskräften nicht dulden, Rückfahrten bereits im Vorfeld organisieren.

„Ihre Einstellung interessiert uns“: nicht nur bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften für die Polizei ist Haltung gefragt. Die Beamten wünschen sich vielfach mehr Respekt. (Foto: mda)

Wer sich bereit erklärt, Fahrer zu „spielen“, auf Alkohol zu verzichten und die Verantwortung für eine sichere Heimkehr zu übernehmen, darf sich ab sofort „Bob“ nennen. Eine gleichnamige Aktion (www.rheinbob.de) richtet sich seit einigen Jahren gegen „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“. Mit einem kostenlos bei der Polizei erhältlichen Bob-Schlüsselanhänger erhalten die Fahrer in ausgesuchten Lokalen der Region Vergünstigungen. Und sie ernten das, was sich alle wünschen, die sich in den kommenden Tagen für die Sicherheit der Karnevalisten sorgen: Respekt! (mda)

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