Landau. Vor fast genau einem Jahr – am 18. August 2016 – stand eine riesige Rauchsäule über dem Norden Landaus. Auch viele Kilometer entfernt beobachteten die Südpfälzer besorgt, was dort im Norden der Stadt vor sich ging: Die Ausstellungs- und Lagerhalle der Firma Wickert Holzfachhandel hatte – vermutlich durch einen Defekt in der Photovoltaikanlage, so die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen – Feuer gefangen und brannte komplett nieder. Die Bilder, die damals durch die Medien gingen, schockierten und beunruhigten. Ein Jahr danach sind alle Spuren beseitigt und auf dem Areal der abgebrannten Halle wird seit einigen Monaten wieder gebaut.

„Für mich und meine Mitarbeiter war die Nachricht natürlich im ersten Moment ein Schock. Ich habe meinen Urlaub abgebrochen und bin sofort hier her gekommen – die größte Erleichterung war aber erst einmal, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, erzählt Standortleiter Johannes Weber. Und auf den ersten Schock sei auch schnell wieder Zuversicht gefolgt. Der Inhaber der Firma hat nur wenige Tage später einen Wiederaufbau zugesichert und konnte auch die Mitarbeiter beruhigen, dass kein Stellenabbau nötig sei. In den ersten Wochen nach dem Großbrand konnten viele Arbeitsplätze in die Partner-Standorten ausgelagert werden, IT und Telefon waren weiter einsatzfähig. So konnte auch zeitnah erfasst werden, wie viel Material betroffen war und die Kunden wurden schnell auf den neusten Stand gebracht.

„Dadurch, dass die anderen Lagerhallen kaum vom Brand betroffen waren, hatte die Firma Glück“, berichtet Weber, „wir konnten und können die Schreinereien und Zimmereien weiter wie gewohnt mit Material beliefern. Bei Innentüren, Parkett oder Gartenholz greifen wir auf die Lager unserer Partner-Unternehmen zurück. So konnte unser Tagesgeschäft routiniert weiter laufen.“ Und auch für Endkunden wurde schnell ein Ersatzbereich geschaffen: In Containern auf dem Hof des Unternehmens finden weiterhin Beratungen statt.

Der Neuaufbau der Halle wird nun von Wickert als Chance genutzt: Der neue Lagerbereich, der ca. 9.000 Quadratmeter umfasst, wird optimiert und neusten Standards angepasst. Im Lagerbereich können Regale höher gebaut werden, die Wegführung für Stapler wird angepasst, die technische Ausstattung wird moderner und auch beim Thema Sicherheit und Brandschutz werden höchste Standards umgesetzt.

Auch die Zusammenführung der Ausstellungsräume und des Abholmarkts, die jetzt realisiert werden kann, sieht Standortleiter Weber als klaren Vorteil des Neubaus: „Der Kundenbereich wird ein gutes Stück schöner und größer.“ Auf ca. 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche über zwei Ebenen verteilt können sich Kunden dann umsehen und sich auch direkt mit Schreiner- und Handwerkbedarf eindecken.

Auf einen Eröffnungstermin möchte sich Weber allerdings noch nicht festlegen, er hoffe aber, dass im nächsten Frühjahr die Ausstellungsräume langsam gefüllt werden können. (hea)