Herxheimer Sommerfeld und Feldlerchenfenster

Matthias Detzel vom Bauernverein Herxheim ist Bauer aus Leidenschaft und erklärt die laufenden Naturschutzprojekte

Matthias Detzel vom Bauernverein. (Foto: bwe)

„Erst Mitte Mai ist der Winter vorbei.“ Diese alte Bauernregel hat der Bauernverein Herxheim in den letzten Monaten zu spüren bekommen. Nach einer viel zu langen Trockenperiode folgte Mitte April der Frost. Der Ernteerfolg der 20 Bauern des Bauernverbands ist extrem der Natur ausgesetzt, aber sie versuchen immer, damit umzugehen und das Bestmögliche daraus zu machen. Matthias Detzel, der erste Vorsitzende und einzige Tabakbauer im Verband, berichtete dem PFALZ-ECHO über die Neuerungen und Projekte des Bauernvereines der letzten Jahre und verrät, was ein Feldlerchenfenster ist und was sich hinter dem schönen Namen „Herxheimer Sommerfeld“ verbirgt.

Zufrieden mit der in den letzten Jahren geleisteten Arbeit waren die Mitglieder des Bauernvereins Herxheim bei der Generalversammlung am 16. Februar. Insgesamt 
20 Haupterwerbsbetriebe, ca. drei Nebenerwerbsbetriebe, darunter vier Gemüsebauern, ein Obstbauer, ein Winzer, ein Tabakbauer und viele reine Ackerbetriebe, haben sich zum Bauernverein zusammengeschlossen. Zentral war das Thema „Greening und Biodiversität“, das bereits im Februar 2016 aufgegriffen wurde. „Da die Artenvielfalt rückläufig ist, muss etwas getan werden“, erklärt der zweifache Familienvater Matthias Detzel. 1.500 Euro wurden aufgebracht, um Saatmischungen  zusammenzustellen, mit der über 50 Hektar Blühstreifen bzw. ganze Flächen angelegt worden sind. Dies bietet für viele Tierarten Lebensraum und Nahrungsgrundlage. 2017 wurde sogar eigens eine bestimmte Blühmischung namens „Herxheimer Sommerfeld oder Sommergarten“ kreiert. „Wir arbeiten eng mit der Ortsgemeinde Herxheim zusammen und haben eine Drei-Säulen-Strategie entwickelt, da wir uns breiter aufstellen müssen. Die Landwirte, die Gemeinde und die Bürger arbeiten seit Anfang 2016 gut zusammen.“ Ein anderes Projekt ist das Feldlerchenfenster. Wer derzeit durch die Herxheimer Feldflur läuft, dem sind vielleicht schon die Fehlstellen in einigen Weizenäckern aufgefallen. Hier hat weder die Sämaschine des Landwirts gestreikt noch sind Außerirdische mit einem Ufo gelandet. Es handelt sich um die sogenannten „Feldlerchen- und Kiebitzfelder“, offene Bodenstellen zur Nahrungssuche, zum An- und Abflug und nach den Regenperioden zum Sonnen der Vögel. Auf 24 Äckern wurden nun 50 Fenster angelegt. Wie bei den Blühstreifen wird erneut eine Zusammenarbeit mit dem Bauernverband Rheinland-Pfalz Süd angestrebt. Beide Projekte werden von der BASF und dem Biologen aus Minfeld, Matthias Kitt, begleitet. Recht neu ist die Gründung eines Arbeitskreises, bei dem alle drei Säulen rund um das Thema Natur mitarbeiten. Hauptinitiator ist Hans Müller, selbst Landwirt und Beigeordneter der Gemeinde. Kleine Erfolge konnten schon erzielt werden und der Arbeitskreis berät sich  bei Bedarf zu Naturschutzthemen aus den verschiedenen Bereichen, wobei der Bauernverein tatkräfig unterstützt.

Der Landwirtschaftsmeister Matthias Detzel, der Tabak, Kartoffeln, Winterweizen, Mais und Zuckerrüben anbaut, arbeitet mit seinem Vater gemeinsan im elterlichen Betrieb in vierter Generation. „Auch wenn ich ein paar Stunden mehr arbeite als andere, so bin ich doch Bauer aus Leidenschaft. Und auch wenn die bevorstehende Ernte zum Beispiel durch die anhaltende Regenperiode 2016 nicht gut auszugehen scheint, so ist es doch immer wieder erstaunlich, wie gut die Natur alles von selbst regelt. Es ist spannend zu sehen, wie das Jahr endet.  Mein Großvater hatte jeden Tag eine Bauernregel auf den Lippen, ich orientiere mich da eher an den Medien. An den Eisheiligen zwischen dem 12. und 15. Mai ist allerdings was dran. Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie machen ihrem Namen alle Ehre.“