„Ich bin nur zufällig in der Pfalz gelandet“

Wahlpfälzer: Hella Kübler lebt und arbeitet seit dreieinhalb Jahren in Steinfeld

Steinfeld/Wilhelmsdorf. In seiner Serie berichtet das PFALZ-ECHO über waschechte „Wahlpfälzer“: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Orten – ob in Deutschland, Frankreich oder Brasilien – kommen und hier in der Südpfalz eine neue Heimat gefunden haben.

Die sympathische gemütliche Frau mit den grauen Haaren ist Künstlerin mit Leib und Seele. Beim Betreten ihres Ateliers fallen gleich viele unterschiedliche Bilder an den Wänden und Staffeleien auf. „Ich mache selber Kunst und ich restauriere alte Bilder“, sagt Hella Kübler und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich bin gut im Restaurieren…“
In der Pfalz landete sie nur durch Zufall. Eigentlich aus dem Kreis Ravensburg stammend, bekam Hella Kübler im März 2013 Freikarten für die Kunstmesse in Karlsruhe. Nach deren Besuch fuhr sie ohne ein bestimmtes Ziel herum und fand sich schließlich in der Nähe von Edenkoben wieder. „Die ganzen kleinen Dörfer mit ihren Fachwerkhäusern finde ich so toll, die müsste man komplett unter Denkmalschutz stellen“, lacht Kübler.
Sie wollte nicht gleich zurück und fand im Gasthaus „Zur Sonne“ in Rhodt eine Übernachtung mit Frühstück. Wirt Basilio Madeo unterstützte sie später darin, in der Region Fuß zu fassen.

(Foto: tib)

Küblers Heimatort Wilhelmsdorf in Oberschwaben liegt 600 Meter hoch im Bodenseehinterland, umgeben von Moorseen und Torfstichen.

Nach ihren Ausbildungen zur Arzthelferin und Krankengymnastin, besuchte sie die freie Kunstschule und verschiedene Ausbildungsstellen für Kirchenmalerei. Sie machte sich selbstständig als Restauratorin und wagte nun, bereits im Rentenalter, einen kompletten Neustart in der Pfalz. Hella Kübler fühlt sich hier sehr wohl, toll findet sie die Vegetation, das Klima, aber auch die Nähe zu Frankreich. „Wo Wein getrunken wird, sind die Menschen gemütlicher.“ Auf die Frage, was sie aus ihrer Heimat in die Pfalz holen würde, wenn sie könnte, antwortet sie: „Die kleinen Naturseen – hier fehlt mir das Wasser, mein Garten, das Grün.“ Umgekehrt würde ihrer Heimat etwas vom mediterranen, südlichen Flair der Pfalz guttun, sagt sie. Wer also ein Bild restauriert haben möchte oder eines von Hella Küblers Kunstwerken erwerben, die Wahl-Steinfelderin freut sich über einen Anruf. (tib)