Ich muss putzen, morgen kommt die Putzfrau!

Mahlzeit! Die Pfalz-Echo-Mittagspausen-Kolumne:

In der PFALZ-ECHO-Redaktion kam vor Kurzem das Thema „Putzfrau“ auf – wobei man sich nach kurzer, intensiver Diskussion dann doch auf das Wort „Raumpflegerin“ geeinigt hat. Bei dem Thema „Raumpflegerin“ jedenfalls hat sich herausgestellt, dass eine der Redakteurinnen mal eine Zeit lang eine Raumpflegerin eingestellt hatte und bemerkenswerte Verhaltensweisen an den Tag legte, wenn diese sich ankündigte: Bereits drei Tage vor Eintreffen der Raumpflegerin ging besagte Redakteurin ihr Putzequipment durch und prüfte, von welchen Mittelchen unbedingt Nachschub besorgt werden musste. Zwei Tage bevor die Raumpflegerin an der Tür läutete, bewaffnete sich die Redakteurin mit allem, was ihr Vorrat an Putzmitteln zu bieten hatte und saugte und kehrte und schrubbte und polierte was das Zeug hielt. Schließlich sollte es ja sauber sein, wenn die Raumpflegerin eintrifft…nicht, dass sie am Ende dachte, in dem Haushalt der Redakteurin würden Messis hausen. Am Tag vor dem Eintreffen der Raumpflegerin ging die Redakteurin noch einmal ihren Vorrat an Putzmitteln durch – sicher ist sicher – stellte fest, dass die Hälfte bei der letzten Säuberungsaktion verbraucht wurde und machte sich auf den Weg in die nächst gelegene Drogerie, um Nachschub zu besorgen. Eine Salbe nahm sie sich dann auch immer gleich mit, um die Blasen an ihren Händen zu versorgen.

Dann kam die Raumpflegerin, putzte und zog nach getaner Arbeit die Tür hinter sich zu. Sie fragte sich immer wieder aufs Neue, warum sie Geld dafür bekam, eine blitzblank gebohnerte Wohnung zu putzen. Als besagte Raumpflegerin also die Wohnung verlassen hatte, betrat die Redakteurin ihre Wohnung, bewaffnete sich mit Staubsauger, Wischer und einem Potpourri aus Putzutensilien und säuberte akribisch die ihrer Meinung nach noch nicht richtig gereinigten Ecken – manchmal fühlte sie sich wie jemand von der Spurensicherung, wenn sie die Türgriffe nach nicht weggewischten Fingerabdrücken absuchte und mit einer Infrarotkamera über den Boden leuchtete.

„Sag mal, Paula, kannst du mir die Telefonnummer von deiner ehemaligen Raumpflegerin geben?“, fragt nun Elli und reißt Paula aus ihren Gedanken. „Ich bin am überlegen, mir auch einmal in der Woche eine Raumpflegerin zu leisten.“ „Davon rate ich dir aufs dringendste ab“, sagt Paula mit warnender Stimme. „Warum denn das?“, fragt Elli. „Weil es wahnsinnig anstrengend ist, die Wohnung ständig so sauber halten zu müssen, ein richtiger Stress, sage ich dir!“ (Foto: birgitH/pixelio.de).

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