„Ich vermisse den Winter!“

Wahlpfälzer: Caroline Schachtschabel kam von Thüringen über Bayern nach Landau

Landau/Bayern. In seiner Serie berichtet das PFALZ-ECHO über waschechte „Wahlpfälzer“: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Orten – ob in Deutschland, Frankreich oder Brasilien – kommen und hier in der Südpfalz eine neue Heimat gefunden  haben.

„Ich bin der Liebe zu einem echten Pfälzer wegen 2008 in der Pfalz gelandet“, schmunzelt Wahlpfälzerin Caroline Schachtschabel. „Das ‚Ankommen‘ in Landau ist uns – meiner damals sechsjährigen  Tochter Lisa und mir – nicht leichtgefallen“, erklärt die Diplompädagogin. Während viele die Pfälzer als offen erleben, ging es der gebürtigen Thüringerin, die an der innerdeutschen Grenze in Eisfeld aufgewachsen war, anders: „Im Gegensatz zu Bayern, in dem es eine ‚Biergartenkultur‘ gibt und man dadurch leichter Kontakte knüpfen kann, war es für mich hier in der Pfalz anfangs nicht einfach, neue Menschen kennen zu lernen“, erzählt sie.

Aufgewachsen ist Caroline Schachtschabel in Thüringen – einer Region, über die sie sehr liebevoll spricht: „Ich habe dort am Rande des Thüringer Waldes auf 430 Metern Höhe gelebt. Eigentlich war es vom Aussehen her ähnlich wie Landau, nur etwas näher an den Bergen und die Berge sind dann auch höher in Thüringen. Die Thüringer sind ein lustiges, fröhliches und freundliches Völkchen und mögen Geselligkeit und die Natur“, berichtet sie. Trotz aller Umstände bereut Schachtschabel ihren Umzug nicht: „Die Pfalz hat mich schon sehr an meine Heimat erinnert: schöne Natur, wandern können, nette Leute! Ich fühlte mich letztlich doch schnell wohl hier, auch weil viele sprachliche Ausdrücke ähnlich sind und ich mich – im Gegensatz zum tiefsten Bayern oder im Rheinland – wieder ‚verstanden‘ gefühlt habe“, schmunzelt sie.

So wurde die Pfalz schnell zur neuen Heimat: „Geholfen, uns einzuleben, hat uns unser Engagement in der evangelischen Kirche in Queichheim, in der ich, inzwischen seit einigen Jahren, ehrenamtlich Spielenachmittage für Jung und Alt anbiete und im Presbyterium mitarbeite, meine Tochter erst Teilnehmerin der Kinderkirche war und inzwischen diese mitorganisiert“, erklärt sie. „Unser Sohn Benedict, der 2011 als echter Pfälzer Bub zur Welt kam, ist von Anfang an integriert und wir alle – Papa Helmut, unsere Kinder, unser Hund Kessy und ich – fühlen uns in Landau sehr wohl.“

Eine Sache vermisst sie allerdings schon: „Den Winter! Mit Schnee, weißen Landschaften mit Sonne zum Rodeln oder Wandern. Hier gibt es mehr Matsch und Schmuddelwetter“, seufzt die engagierte Frau, die einmal im Monat freitags Spielenachmittage organisiert. Was sie jedoch immer aus der Pfalz „exportieren“ muss, sind die guten Weine: „Ich muss immer Wein nach Thüringen mitbringen, dort gibt es nur Frankenwein in der Nähe.“ (yv)

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