Wörth. Naturnahe Urnenbeisetzungen sind nicht nur in gesonderten Bestattungswäldern möglich. Auch auf vielen Friedhöfen in der Region werden Urnengräber am Baum angeboten – so zum Beispiel im gärtnergepflegten Grabfeld auf dem Friedhof von Wörth.
Seit einigen Jahren wächst auf den Friedhöfen die Vielfalt an Bestattungsmöglichkeiten. Während in den 1980er Jahren die Sargbestattungen die unangefochtene Bestattungsart Nummer eins war, führt der Trend zur Feuerbestattung heute zu immer mehr Bestattungsalternativen ohne namentliches Grab und abseits der Friedhöfe. Viele Menschen wünschen sich dabei eine möglichst individuelle Begräbnisform, die sich an den Bedürfnissen oder Vorlieben des Verstorbenen orientiert. Vor allem bei Naturliebhabern besteht häufig der Wunsch nach einer naturnahen Bestattung unter Bäumen – der Kreislauf von „Werden und Vergehen“ im Einklang mit der Natur. Entsprechende Angebote in der Region finden Interessenten nicht nur in ausgewiesenen Bestattungswäldern, sondern auch auf dem Friedhof in Wörth. Seit der Errichtung des gärtnergepflegten Grabfeldes im Juni 2014 werden dort neben Sarg- und Urnengräbern auch Urnenbeisetzungen am Baum angeboten.
Ebenso wie das komplette Grabfeld selbst, hebt sich auch der Bereich für die Baumbestattungen deutlich von den traditionellen Grabstätten in Reih und Glied ab. Die einzelnen Gräber betten sich ohne klar begrenzte Einfassungen scheinbar verstreut in die kleine Landschaft rund um einen Baum ein. Die Namen der Verstorbenen werden an naturbelassenen Findlingen aus Granit angebracht. Immergrüne Bodendecker verstärken den natürlichen Charakter und verleihen der Grabstätte eine optische Ruhe und schaffen bei Naturliebhabern eine wünschenswerte Atmosphäre. Anonyme Bestattungen sind tabu.
Das Bestattungsangebot beinhaltet neben der langfristigen Grabpflege für einen Zeitraum von 25 Jahren auch die Kosten für das Grabmal und die Kosten für die Beschriftung. So kostet eine Urnenbeisetzung am Baum inklusive Dauergrabpflege, Grabmal und Schrift 2.200 Euro. Hinzu kommen die kommunalen Friedhofsgebühren, die von der Friedhofsverwaltung erhoben werden. Die Dauergrabpflege wird von der Friedhofsgärtnerei Schröder übernommen. Der Pflegeaufwand, der für viele Angehörige oft belastend ist, entfällt dadurch. Um das für die komplette Nutzungs- bzw. Ruhezeit der Grabstätte sicherzustellen, wird beim Graberwerb ein Dauergrabpflege-Vertrag mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG abgeschlossen. Die berufsständische Organisation garantiert damit die langfristige Grabpflege ohne Folgekosten und kontrolliert regelmäßig die Arbeiten der verantwortlichen Friedhofsgärtner vor Ort.
Die Vorteile gegenüber einer reinen Waldbestattung liegen auf der Hand: Die Infrastruktur des Friedhofs mit festen und sicheren Wegen, Toilettenanlagen, ausreichenden Parkplätzen und Sitzbänken erleichtert gerade älteren Menschen die Grabbesuche. Der Gang zum Bestattungswald kann dagegen mit zunehmendem Alter oder nachlassender Gesundheit immer schwieriger werden. Für viele Angehörige ist das schmerzhaft und kann Trauer- und Gedenkprozesse erheblich beeinflussen. Außerdem können im gärtnergepflegten Grabfeld in Absprache mit dem Friedhofsgärtner Blumenschmuck oder Kerzen am Grab abgestellt werden, was in einem Wald verboten ist. (per)
Informationen unter 07271-13131 sowie bei der Friedhofsgärtnerei Schröder unter 07271-3466 oder unter unter http://www.dauergrabpflege-baden.de.