Ist das noch smart?

Mahlzeit! Die Pfalz-Echo-Mittagspausen-Kolumne

Alexa, hol Klopapier! (Foto: yv)

„Alexa war so süß heute morgen. Ich hab gesagt, sie solle mir etwas singen und dann hat sie das echt gemacht! Alle meine Entchen. Voll niedlich!“, lacht Elli in der Pause. „Sehr cool“, nickt Paula. „Ich muss mir auch mal eine zulegen. Was du so erzählst, klingt ziemlich gut.“

„Eine was?“, fragt Herr Schmidt, wie meistens stark irritiert vom Gespräch der beiden Mädels. „Eine Alexa natürlich!“, erklärt Paula ganz selbstverständlich.

„Ich bin nicht immer ganz up to date, was Trump in der Welt so tut, aber ich denke, Menschenhandel ist immer noch verboten. Vor allem bei uns!“, erklärt Herr Schmidt entrüstet.

Günther grinst teuflisch. „Alexa ist die perfekte Frau: Sie wartet den ganzen Tag zuhause, bis man nach Hause kommt, nur um dann den ganzen Abend artig das zu machen, was ich will.“ Als er sieht, wie der Chef die Gewürzgurke entsetzt fallen lässt, lacht er auf. „Keine Sorge, Schmidti, Alexa ist nur der Name eines Audio-Gerätes, das via Sprachsteuerung bedient wird und für dich Musik abspielt, die Nachrichten spielt oder für dich Sachen googelt.“

Man sieht Herrn Schmidt deutlich an, wie sich seine Gesichtszüge entspannen. Er musste also doch nicht all seine Mitarbeiter anzeigen. „Wusste ich natürlich…“, brummelt er wenig überzeugend.

„Findest du Alexa denn gut, Elli?“, fragt Günther jetzt. „Ich spiele nämlich mit dem Gedanken, mir auch eine anzuschaffen.“ „Du, ich kann nicht klagen! Für ihre Größe ist sie echt überzeugend. Und sie wünscht mir einen schönen Tag, wenn ich ihr sage, dass ich zur Arbeit gehe.“

„Und wenn meine Frau Alexa hieße? Was dann?“, fragt Herr Schmidt nach. „Na ja…“ Elli verzieht die Mundwinkel. „Dann gibt es eine andere Programmierung – dann kannst du das süße Ding auch ‚Echo‘ nennen. Aber ich muss dringend abraten! Denn sobald ich übers PFALZ-ECHO rede, startet es sich und will mitreden…“

„Ich finde diese Smart-home-Entwicklungen ja echt spannend“, meint Günther. „Ein Freund von mir hat jetzt neu gebaut und sein Kühlschrank sagt ihm, wann er wieder was einkaufen muss. Das ist fantastisch! In den großen Städten geht diese Bestellung dann direkt online und du bekommst sogar alles nach Hause geliefert!“

„Das funktioniert dann aber sicher nur, wenn die Lebensmittel immer am gleichen Platz im Kühlschrank sind, oder?“, fragt Elli. „Ja, klar“, gibt Günther zu. „Der Kühlschrank kann von alleine noch nicht unterscheiden, ob der Tetrapack jetzt Milch oder Saft ist.“

„Also nix für mich“, seufzt Elli. „Mit nem Teenager und meinem Göttergatten im Haushalt, finde ich auch schon mal Hausschlüssel, die versehentlich im Kühlschrank angelegt werden! Da brauche ich nicht damit anfangen, ihnen den Platz für den Käse näherbringen zu wollen…“

„Und irgendwann laufen diese Smart Homes Amok, der Kühlschrank denkt wegen eines Updates vielleicht, er sei der Badezimmerschrank und bestellt Klopapier und Putzmittel online, während das Haus dir auf dem Klo eine Scheibe Käse anbietet!“, unkt Herr Schmidt. „Was spricht denn dagegen, einfach nach draußen in die reale Welt zu gehen und mit richtigen Menschen zu sprechen?“ Er wendet sich an Elli. „Meine Frau wünscht mir morgens auch einen schönen Tag wenn ich zur Arbeit gehe. Und die heißt nicht Alexa!“

„Stimmt schon irgendwie…“, gibt Elli zu. „Aber hey, wenn wir hier einen Kühlschrank hätten, der seinen Bestand checkt und automatisch beim Italiener unseres Vertrauens bestellt…“

„Ja, das wäre wirklich smart!“, ist sich auch der Chef mit den anderen einig.