Tomaten legte Paula immer erst zum Schluss auf das Kassenband. (Foto: Alexas_Fotos/Pixabay)

Paula hasst es, einkaufen zu gehen. Wobei, eigentlich hasst sie nicht das Einkaufen an sich, sondern den Wettkampf, der am Ende des Einkaufs folgt: Wer ist schneller – Paula oder die Kassiererin?

Aufgrund des maximalen Stresspegels, der sich einstellt, wenn Paula an der Kasse steht, bekommt sie regelmäßig Herzrasen. „Das kann so nicht weitergehen“, dachte sie sich deswegen vor Kurzem und fing an, sich Kassenstrategien zu überlegen. Eine der Strategien ist, die Produkte schon beim Auflegen auf das Kassenband so zu sortieren, dass beim wieder Einräumen in den Einkaufswagen bzw. in die Einkaufstüte keine weichen, leichten Produkte von den schwereren zerdrückt werden. Gläser, Milchtüten und Kartoffeln besetzen deswegen bei Paula immer die vordersten Plätze auf dem Kassenband. Auch Taschentücher liegen ganz vorne – die sind zwar weich und leicht, aber wenn sie etwas gequetscht werden, schadet es ihnen nicht.

Lebensmittel, die daheim eh gleich weiterverarbeitet werden – zum Beispiel Schokolade, die für einen Kuchen geraspelt wird oder Butter, die eingeschmolzen werden soll – können ebenfalls vorne auf dem Kassenband Platz nehmen.
Ganz zum Schluss legt Paula nun immer Bananen, Joghurt, Salat oder auch Wurstwaren aufs Band.

Es ist schon bewundernswert, welches Tempo die Kassierer beim Einscannen der Artikel zu Tage legen. Paula bekommt Schweißperlen auf die Stirn, wenn sie nur daran denkt. Meist wird schon der nächste Kunde abkassiert, bevor Paula auch nur die Hälfte ihrer Einkäufe verstaut hat. Auch für dieses Problem hat sich Paula eine Strategie überlegt – oder einen „genialen Schachzug“, wie sie vor ihren Kollegen gerne mal prahlt: Etwa bei der Hälfte der Produkte platziert Paula immer eine Tüte Brötchen, bunt durchgemischt. Während die Kassiererin die Backwaren zählt, versucht die verschiedenen Sorten ausfindig zu machen und jedem einzelnen Brötchen eine Nummer zuordnen muss, kann Paula in aller Seelenruhe den ersten Teil ihrer Einkäufe verstauen. Und damit es zum Ende hin nicht noch einmal stressig für Paula wird, platziert sie kurz vor dem Trenner noch eine Avocado, eine Schale Erdbeeren, zwei Birnen und – Paulas Liebelingstrick –einen Bund Frühlingszwiebeln – um diesen abzuwiegen, benötigt die Kassiererin nämlich ein kleines Plasikkörbchen, das sie unterhalb der Kasse hervorkramen muss. Schachmatt!