Klatsch und Tratsch

Mahlzeit! Die Pfalz-Echo-Mittagspausen-Kolumne

Elli liebt es, in ihrer Freizeit in Klatsch- und Tratschzeitschriften zu blättern. Bunte, Gala, Bild der Frau – sie hat sie alle abonniert. Ein Tag, der zu Ende geht, ohne dass Frauke Ludowig sie über die neusten Trennungsgerüchte, Schwangerschaften und Schönheits-OPs informiert hat, ist ein verlorener Tag! Als Ellis Kollegin aus der Redaktion vor ein paar Jahren ein Interview mit Florian Silbereisen führen durfte und sie nicht mitgenommen hat, war Elli zwei Monate lang so beleidigt, dass sie kein Wort mehr miteinander gesprochen haben. Auch wenn dieser Streit sich mit der Zeit langsam wieder gelegt hat – ganz vergessen kann Elli ihr das nicht. Als Wiedergutmachung hätte sie beim Interview mit Harald Glööckler dabei sein dürfen – „aus Prinzip“ hat sie abgelehnt.

Paula ist das genaue Gegenteil. Mit Promis und Königshäusern kann sie absolut gar nichts anfangen: „Ein Herr Lombardi hat für die Redaktion angerufen“, berichtet sie in der Mittagspause, „hab ihn wegen seines badischen Akzents nicht so richtig verstanden. Ich glaube, er wollte einen Termin absagen. Hat er was mit unserer Druckerei zu tun?“

Elli schaut sie entgeistert an: „Dein Ernst? … DEIN ERNST???? Und du hast ihn nicht nach Alessio und Sarah gefragt????“

„Ähm,… nein. Wer sind die denn schon wieder? Neue Ansprechpartner in der Druckerei?“, stammelt Paula, „Sorry, Chef. Die Information ist an mir vorbei gegangen. Ich wusste nicht, dass ich nach denen fragen muss. Das nächste Mal weiß ich Bescheid!“

Elli sitzt immer noch mit fassungslosem Blick und kopfschüttelnd am Mittagstisch. Herr Schmidt ist verunsichert. Paula ebenfalls. Die anderen genießen schweigend die Komik der Situation, gespannt warten sie darauf, dass irgendjemand das Rätsel löst.

„Ich gebe es ja ungern zu, aber  ich kann nicht ganz folgen“, erbarmt sich Herr Schmidt. „Ich weiß auch nichts von neuen Ansprechpartnern und über den Namen Lombardi bin ich das letzte Mal beim Zahnarzt gestolpert, als die Dame neben mir im Wartezimmer sich verpflichtet fühlte, Smalltalk mit mir zu führen. Sie hat mir aber versichert, dass es Alessio gut gehen soll.“