Klöckner fordert mehr Investitionen in den ländlichen Raum

Foto: Julia Klöckner, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fordert mehr Investitionen in den ländlichen Raum. Eine große Stärke Deutschlands sei seine dezentrale Struktur, schreibt Klöckner in einem Gastbeitrag für die „Welt“ (Samstagausgabe). „Wenn wir wollen, dass sie auch in Zukunft der wesentliche Stabilitätsanker unseres Landes bleibt, dann müssen wir wieder mehr in ländliche Identität investieren.“

Dafür brauche es mehr aktive Strukturpolitik. Die Ministerin mahnt, dass das Zusammenleben nicht allein von einer ökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse dominiert sein dürfe. „Denn wir sind mehr als Ökonomie.“ Zudem stört Klöckner in der gegenwärtigen Debatte die Überheblichkeit gegenüber ländlichen Regionen. „Sie sind mehr als nur Kompensationsräume für städtische Bedürfnisse.“ Schließlich lebten 60 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum. „Es ist ein Angriff auf ihre Heimat und Identität, vorzuschlagen, aus ökonomischen Gründen einige Regionen abzuwickeln“, schreibt Klöckner. Die Landwirtschaftsministerin wendet sich deutlich gegen ein Sparprogramm, das gerade die lebensrelevanten Einrichtungen wie Krankenhäuser, Busse, Feuerwehren und Dorfschulen auf dem Land treffe. „Wer Grundschulen schließt, wickelt ein Stück Zukunft ab“, schreibt Klöckner. Dabei seien kleine Klassen mit einer sehr guten Betreuungsquote ein Standortvorteil. Schulen, Dorfläden und Bürgerbusse sicherten ländliche Identität und seien die Basis dafür, dass der politische Diskurs von einer gemäßigten Vielfalt geprägt bleibt. „Deshalb dürfen wir nicht große Teile unseres Landes aufgeben und sich selbst überlassen.“