Letztes Partywochenende

Discoplex A65 schließt für immer – eine Ära geht zu Ende

Stefan Stöber, von Beginn an dabei und seit zehn Jahren Geschäftsführer des A65. (Foto: ebl)

Kandel. Nach nun fast 19 Jahren A65 in Kandel heißt es Abschied nehmen. Die Mega-Disco öffnet am kommenden Wochenende ein letztes Mal ihre Pforten! Anschließend gehen die Lichter aus – für immer. „Wir feierten endlose und unvergessene Partys in dieser langen Zeit“, blickt Geschäftsführer Stefan Stöber etwas wehmütig zurück. „Generationen haben sich hier kennengelernt. Zum Abschied wollen wir noch einmal Danke sagen und ein unvergessliches Wochenende zelebrieren.“

Der Abschiedsparty erster Teil steigt am Freitag, 21. April, ab 22 Uhr. Bis 23 Uhr ist der Eintritt um 50 Prozent ermäßigt. Teilnehmen können auch schon 16-Jährige, sofern sie ein U18-Formular ausfüllen (http://a65.de/U18/Formular).

Für die Closing Party Part 2 am Samstag, 22. April, ebenfalls ab 22 ‚Uhr, ist das Mindestalter 18 Jahre. Unter dem Motto „Alles muss raus“ werden alle Getränke bis 0,5 Liter zum halben Preis ausgeschenkt, so lange Vorrat reicht!

Party ohne Altersbeschränkung

Den absoluten Schlusspunkt setzt am Sonntag, 23. April, von 14 bis 20 Uhr, die größte Kinderdisco-Party Süddeutschlands. Stargast ist Markus Becker mit seinem Megahit „Das rote Pferd“ und seiner neuen Single „Tschu Tschu Wa“. Außerdem mit dabei ist der Liebling der letzten Teeniediscos DJ Tennic. Die ersten 200 Kinder erhalten einen roten Hut geschenkt. Bei dieser gigantischen Party ohne Altersbeschränkung sorgen auch gratis Zuckerwatte, Popcorn, Leuchtarmbänder und eine Konfettimaschine für Stimmung.

Vor und nach der Veranstaltung wird ein kostenloser Bus-Shuttle vom und zum Bahnhof Kandel geboten. Begleitende Eltern sind in einer Chill Area willkommen, wo es Kaffee, heiße Waffeln, Pizza und anderes mehr gibt.

Bei Eröffnung im Oktober 1998 war der Musikpark A65 die modernste Discothek Europas. Nirgendwo sonst gab es auch nur annähernd soviel geballte Power auf einem Platz. Anfangs war das Wunderwerk der Technik mit seinen drei Tanzflächen an fünf Tagen in der Woche geöffnet, Donnerstag bis Montag. Damals florierten im Horstgelände noch zwei weitere Discotheken, Akra und Nightmare, und für Ältere war der Adamshof am anderen Ende von Kandel ein großer Tanztreff. Das ist alles passé.

Eine sehr schöne Zeit

„Im Laufe der Zeit hat sich das Ausgehverhalten verändert“, resümiert Stöber. „Vor einigen Jahren hat europaweit ein Discothekensterben eingesetzt. Davon blieben wir leider nicht verschont. Wir haben ehrlich Bilanz gezogen, die wirtschaftliche Lage gibt nicht mehr genug her. Deshalb müssen wir Abschied nehmen: Es war eine sehr schöne Zeit, aber es ist jetzt auch an der Zeit, aufzuhören. Feiert noch einmal das große Happening in Kandel, denn anschließend gehen die Lichter aus!“, so Stöber, der als Geschäftsführer des A8 in Saarbrücken weitermacht. „Als wir online bekanntgemacht haben, dass wir schließen, haben wir an den Reaktionen in Facebook gemerkt, dass viele am A65 hängen, weil sie schöne Erinnerungen damit verbinden, sowohl 18-Jährige als auch 40-Jährige. Viele haben hier ihre Lebenspartner, ihre besten Freunde kennengelernt. Auch bei den Mitarbeitern, die es als erste erfahren haben, floss die ein oder andere Träne.“ Für die meisten war es zwar nur ein Nebenjob, aber sie waren mit Herzblut dabei. „Ich werde die Pfalz vermissen“, sagt Stöber.

Die Entwicklung ist offen

Was aus dem Gebäude wird, ist offen. Das Restaurant Klosterhof ist von der Schließung nicht betroffen. „Ende März hatten wir in München das Treffen unseres Berufsverbandes, da nahmen ca. 100 Discothekenbetreiber teil. Dabei war zu erfahren, dass in großen Städten der Discothekenbesuch wieder leicht steigt. Sollte dieser Trend irgendwann das Land erreichen, dann könnte auch hier wieder eine Discothek eröffnen.“ (ebl)