Die Windkraftanlage Hatzenbühl liefert mehr Strom, als sämtliche Haushalte der Verbandsgemeinde Jockgrim verbrauchen, freute sich der Hatzenbühler Beigeordnete Paul Rohatyn, der zum Einweihungsfest am Samstag, 29. Juli, die an Planung, Bau und Finanzierung beteiligten Partner sowie viele interessierte Bürger begrüßen konnte. Das PFALZ-ECHO war live dabei.

Mindestens seit Frühjahr 2012 war die Verbandsgemeinde Jockgrim mit dem Projekt beschäftigt, erinnerte Verbandsbürgermeister Uwe Schwind. Wäre nicht das Genehmigungsverfahren so umständlich gewesen, dann hätte die Anlage schon 2014 fertig sein können. Der Verbund aus Stadtwerken Speyer und WEAG Future Energies, der das Rennen gemacht hat, sei ein solider Partner, dem es nicht um schnellen Gewinn gehe.

Eine Mammutaufgabe war es, so Schwind, mehr als 200 Vertragsunterschriften von den Grundstückseigentümern zusammenzubekommen. Durch das Pool-Modell wurden alle Eigentümer der Gesamtfläche von 93 Hektar einbezogen, unabhängig davon, wo genau die fünf Windräder stehen. Da die Ortsgemeinde größter Grundstückseigentümer ist, haben auch Bürger ohne Grundstück in Hatzenbühl am finanziellen Zufluss Anteil.

Alle anderen Bürger der Verbandsgemeinde sind über die Gewerbesteuereinnahmen beteiligt. Bei einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren werden allein ca. 6,3 Millionen Euro an Grundstückspacht gezahlt, erklärte Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer GmbH.

Kreisbeigeordneter Dietmar Seefeldt erntete Beifall für seine Aussage: „Wir schauen lieber auf Windräder als auf Kühltürme.“ Mit Stolz verwies Hans-Joachim Ritter, Vorsitzender EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz, auf die eingeläutete Energiewende. Als letzter Redner konnte Ritter sagen: „Der Windpark Hatzenbühl ist seiner Bestimmung übergeben, das Buffet ist eröffnet.“

Von den Maltesern bewirtet, nutzten viele Gäste die Gelegenheit, den Turmfuß von Windrad HZ2 zu besichtigen. Nach oben führen zwei Wege: Der bequeme mit dem Aufzug braucht ca. 12 Minuten, bis er fast oben ist, die letzten Meter muss man klettern. Der zweite Weg ist, komplett die 150 Meter lange Leiter hochzuklettern, das ist ziemlich anstrengend und dauert je nach Fitness zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Was viele unterschätzen: Die Rotoren haben einen Durchmesser von 115 Meter, ein Blatt wiegt 25 Tonnen.

In der Anlage wurden massenweise Kabel verlegt: 10 Kilometer zwischen und in den Windrädern, dazu 6,4 Kilometer Kabel bis zur Übergabestation in Kandel. (ebl)