(Außerdem im Interview: Neuzugang Christoph Hemlein)

Herxheim/Hayna. Michael Frontzeck ist seit dem 1. Februar Trainer beim 1. FC Kaiserslautern – der Abstieg in die Dritte Liga war zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie besiegelt. Seine Aufgabe war und ist es also, den Verein auf die neue Situation einzustimmen. Im Interview mit Markus Eisel gibt sich der 54-Jährige zuversichtlich.

Wie gefällt es Ihnen denn in der Pfalz?

Mir gefällt es ausgezeichnet! Das Trainingslager hier in der Südpfalz bietet optimale Bedingungen und alles, was wir brauchen. Wir haben den Wald vor der Tür, zwei perfekte Trainingsplätze, ein Hotel mit herausragendem Essen – fast schon zu gut – außerdem gibt es tolle Regenerationsmöglichkeiten und wir sind gerade mal eine Stunde weg von Kaiserslautern. Ich fühle mich sehr wohl hier, trotz der harten Arbeit im Trainingslager kommt man auch mal zur Ruhe.

Ist der Abstieg an sich noch ein Thema für Sie oder haben Sie das abgehakt?

Das ist bei uns kein Thema mehr. Davon muss man sich auch ganz schnell lösen. Ich bin ja erst seit vier Monaten dabei. Wir haben uns in den letzten drei Monaten der vergangenen Saison relativ gut präsentiert, haben noch einige Punkte geholt. Als ich angefangen habe, lagen wir zwölf Punkte zurück, da haben wir natürlich bereits zweigleisig geplant und uns auf den Abstieg vorbereitet. Gemeinsam mit Martin Bader und Boris Notzon haben wir dann geschaut, dass wir schnell einen Kader zusammenbekommen, der sowohl finanziell als auch von der Mentalität zu uns passt. Unser erstes Training Anfang Juni haben 1.500 Zuschauer besucht – das ist ein deutliches Zeichen für die positive Stimmung. Die Fans und der Verein wollen gemeinsam was packen. Ich lege darauf größten Wert, dass meine Spieler den Zuschauern auch das Gefühl vermitteln, dass sie alles für die Mannschaft geben.

Markus Eisel im Gespräch mit Michael Frontzeck. (Foto: privat)

Die dritte Liga ist eine recht komplizierte Liga – hier kann der Letztplatzierte schnell auch mal den Ersten schlagen. Wie bereitet man sich auf solch eine neue Situation vor?

Wir müssen uns vor allem erst mal bewusst machen, dass die Grundvoraussetzungen wirklich gut sind: Wir haben ein tolles Stadion, tolle Fans, einen großen Namen – auch wenn man für eine lange Tradition natürlich noch keine Punkte bekommt. Aber jeder Spieler freut sich, für den FCK spielen zu dürfen, jetzt müssen nochmal alle Spieler 10 Prozent drauf legen und sich auf die kommende Saison fokussieren. Ich bin überzeugt, dass wir einen Kader haben, in dem die Mentalität auf jeden Fall stimmt.

Ist die lange Tradition des FCK auch eine Bürde?
Nein. Man kann den Menschen viel nehmen, aber die Tradition, die großen Namen, die bedeutenden Geschichten, die mit dem FCK verbunden sind, kann man den Fans und der Region nicht wegnehmen. Deswegen werden dem Verein natürlich hohe Erwartungen entgegengebracht, aber damit wissen wir umzugehen.

Sie wirken sehr geerdet und ruhig, wenn Sie an der Seitenlinie stehen – gibt es Situationen, in denen Sie auch mal laut werden?

Das möchten Sie nicht wirklich erleben! (lacht) Natürlich geht jeder mit Drucksituationen anders um. Aber das, was der Trainer an der Seitenlinie veranstaltet, wird von den meisten Spielern gar nicht wahrgenommen. Ich weiß also, als Trainer habe ich vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel die Möglichkeit, auf die Mannschaft einzuwirken. Auf diese Möglichkeiten konzentriere ich mich.

Welche Trainer haben Sie denn besonders geprägt?

Jupp Heynckes war sicher einer davon. Das war mein erster Trainer als Profi – ich war gerade mal 16, da nimmt man natürlich sehr viel mit. Unter Hans Meyer war ich zum ersten Mal Co-Trainer. Auch von ihm habe ich einiges gelernt. Letztendlich nimmt man aber von jedem Trainer etwas mit, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. (eis)

(Außerdem im Interview: Neuzugang Christoph Hemlein)

(Foto: 1. FC Kaiserslautern)