Mit dem ersten selbst produzierten Film zum Erfolg

Näher betrachtet: Die südpfälzischen Nachwuchsregisseurin Linda Klinkhammer verarbeitet bei ihrem Debütfilm
das Thema „Liebe über den Tod hinaus“

Nachwuchsregisseurin Linda Klinkhammer. (Foto: tom)
von Thomas Heupel

Billigheim-Ingenheim. Das erste Filmprojekt wurde gleich zu einer kleinen Erfolgsgeschichte. Gemeinsam mit ihrer Studienfreundin Annika Franke produzierte Linda Klinkhammer im Rahmen der ARD-Reihe „Gott und die Welt“ den Dokumentarfilm „Nach dem Abgrund einfach weiter“.

Alles begann für die in Billigheim wohnende 22-jährige Südpfälzerin bei der Bayrischen Akademie für Fernsehen. Dort in München studierte sie Fernsehjournalismus. „Der Studiengang, der vom Freistaat Bayern gefördert wird, verlief ziemlich praxisorientiert“, erzählt Linda Klinkhammer beim Gespräch mit dem PFALZ-ECHO. Bald nach Beginn des Studiums standen kleine Reportagen auf dem Plan und wenig später die Aufgabe, einen Film über das Thema Liebe zu produzieren.

„Wir wollten hierbei nicht das Klischee bedienen und so ein Thema aussuchen wie ‚Was schenke ich meinem Schatz zum Valentinstag‘“, so Linda Klinkhammer. „Wir wollten vielmehr einen hintergründigen Dokumentarfilm produzieren und kamen so auf das Thema Liebe über den Tod hinaus.“

Hintergründiger Dokumentarfilm

Über die Schwester von Annika Franke erfuhren sie vom Schicksal von Constanze F. Die heute 45-jährige überlebte als einzige einen schweren Autounfall Ende 2012, bei dem ihr Mann und ihre drei Kinder im Alter von sieben, elf und 13 Jahren ums Leben kamen. Wie die angehenden Journalistinnen erfuhren, ging Constanze F. offen mit ihrer Trauer um. Etwa drei Monate nach dem Unfall knüpfte man erste Kontakte zu der Betroffenen, die nach einigen Tagen Bedenkzeit ihre Zusage gab, an dem Projekt mitzuarbeiten. Gleichzeitig wollte sie anderen Menschen, die das gleiche oder ein ähnliches Schicksal ereilt hat, Hoffnung und Mut geben.

Linda Klinkhammer mit Constanze F. und Annika Franke (von links). (Foto: privat)

Über zwei Jahre begleiteten die jungen Frauen die Witwe aus der Nähe von Karlsruhe bei ihrer Trauerarbeit. „Von Anfang an haben wir Constanze F. versichert, dass sie jederzeit Einfluss nehmen kann, auf das was im Film geschieht oder gezeigt werden soll. Die Grundidee war, nicht über Trauer zu berichten, sondern die Liebe die man zu seiner Familie hatte, positiv herauszustellen“, erklärt Klinkhammer. Mit der Zeit entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den drei Frauen. Bei stundenlangen Gesprächen erfuhren Linda Klinkhammer und ihre Kommilitonin vieles über die Familie, Emotionales, Trauriges, aber auch lustige Sachen. „Auch bei den Drehtagen hatten wir Spaß, viele waren gar nicht so traurig“, berichtet Klinkhammer.

„Und doch war es eine außergewöhnliche Situation, da man so viel über jemanden erfahren hat, dass man irgendwann das Gefühl hatte, man kenne die Menschen, obwohl man sie nie gesehen hat und auch nicht sehen wird“, so die Nachwuchsregisseurin weiter. Da sie zu dieser Zeit beim Bayrischen Rundfunk tätig war, klopfte man mit dem fertigen Film bei der dortigen Redaktion „Kirche und Welt“ an. Dort war man von dem Projekt sofort begeistert und reichte es weiter an die ARD.

Am 15. März war nun eine 30-minütige Fassung mit dem Titel „Nach dem Abgrund einfach weiter“ zu sehen. Die längere 45-minütige Version wird beim Bayrischen Rundfunk am 10. Juni, um 19 Uhr, ausgestrahlt. Auch im SWR soll der Film gezeigt werden. Hier steht das genaue Datum der Sendung noch nicht fest. Außerdem ist geplant, gemeinsam mit Constanze F. Bei der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ Rede und Antwort zu stehen.

Der Film wurde in der eigens von Linda Klinkhammer und Annika Franke gegründeten Produktionsfirma fertig gestellt. Die junge Billigheimerin studiert aktuell Wirtschaftsingenieurwesen in München. Das nächste Filmprojekt ist bereits geplant. Gemeinsam mit ihrer Kollegin und Freundin möchte sie über die Sterberiten in den verschiedenen Weltreligionen berichten und sich dafür auf eine Auslandsreise begeben. „Dann wird mich wieder, wie zu meinen Studienzeit in München, das Heimweh und die Sehnsucht nach der Pfalz, die zu den schönsten Landschaften in Deutschland zählt, packen.“

In ihrer Freizeit tanzt Linda Klinkhammer gerne, dabei geht sie nicht so oft feiern, sie sei mehr der entspannte, kulinarische Typ, wie sie lachend anmerkte. „Ich mag es eher gemütlich, ich gehe gerne ins Kino oder mit Freunden was Gutes essen“, so Klinkhammer weiter. Entspannen kann sie auch, wenn sie selbst kocht, was die junge Regisseurin in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne tut.