Mit Helm, Brustschutz und Ellenbogenschonern

Sportliche Südpfalz: Inline-Skaterhockey beim IHC Landau

Das Team ist motiviert. (Foto: tom)

Landau. Dass die Südpfälzer sich für Sport begeistern können, beweisen letztlich nicht nur die Fans des 1. FC Kaiserslautern. Auch selbst  werden sie gerne sportlich aktiv. Dabei finden sich in der Region zahlreiche Fußball-, Handball- oder Tennisvereine. Allerdings gibt es auch einen Verein für Inline-Skaterhockey. Der nicht allzu bekannte Sport erinnert stark an Eishockey, ist aber bei weitem nicht so frostig. Thomas Heupel vom PFALZ-ECHO sah sich beim IHC Landau um.

18. Geburtstag feiert in diesem Jahr der IHC Landau. 1997 trafen sich erstmals Fans der Eishockeymannschaft Adler Mannheim auf dem Parkplatz eines Landauer Supermarkts, um auf Inlineskatern das Spiel auf den Kufen zu imitieren. Die Treffen wurden für 15 junge Männer zur festen und regelmäßigen  Einrichtung. Bald empfand man die Tatsache, untereinander immer gegen die selben Gegner zu spielen, als zu langweilig. Als die Spieler erfuhren, dass es einen Ligabetrieb für Inline-Skaterhockey gab, entschlossen sie sich, einen Verein zu gründen und am Spielbetrieb teilzunehmen.

Dieser Plan wurde von damals sieben Gründungsmitgliedern in die Tat umgesetzt. 1999 entstand der 1. SHC Landau Fire e. V., der in seiner ersten Saison in der Inlinehockeyliga Baden/Pfalz den achten Platz belegte. Nach vierten und zweiten Plätzen in den darauffolgenden Jahren feierte man 2003 die Meisterschaft in der Inlinehockeyliga Baden/Pfalz. Mittlerweile in der Regionaliga Südwest spielend, schlossen sich die Spieler 2007 mit dem IHC Shamrock Wörth zusammen. Aus der Fusion entstand der IHC Landau 1999 e. V.

Im gleichen Jahr wurden die sportlichen Südpfälzer Meister in der Regionaliga Südwest und stiegen in die 2. Bundesliga auf. Mittlerweile spielt der Verein wieder in der Regionalliga. Ein Highlight im Spielbetrieb war das Pokalviertelfinale gegen die Duisburg Ducks, die vier mal Europameister und mehrmaliger Deutscher Meister waren. „Eine echte Lehrstunde, aber unvergesslich“, erklärt der Vereinsvorsitzende Christoph Braun beim Gespräch mit dem PFALZ-ECHO lachend.

Braun führt den Verein seit 
13 Jahren. „Aktuell sind 153 Mitglieder am Start. Am Spielbetrieb nimmt eine U-13 Mannschaft mit zwölf Spielern teil, darunter befinden sich zwei Mädchen“, berichtet er. Bei der U-19 sind 16 Spieler aktiv. Die Herrenmannschaft tritt mit zwölf Akteuren an. Außerdem gibt es beim IHC Landau zwei Hobby-Mannschaften, die an keinem Spielbetrieb teilnehmen.

Die Regeln beim Inline-Skaterhockey sind eng an die im Eishockey angelehnt. Es wird im Vollkörperkontakt gespielt. Die Ausrüstung ist mit Helm, Schienbeinschoner, Eishockeyhose, Brustschutz, Ellenbogenschonern und Handschuhen identisch mit der auf dem Eis. Der Unterschied zum Eishockey sind die Inlineskater sowie das Spielgerät, ein kleiner Plastikball. Mit einem Mannheimer Eishockeyausstatter hat der Verein eine Ausrüster-Kooperation, bei dem er unter anderem günstige Startersets – etwa für Kinder – beziehen kann. Außerdem hält man einen Fundus vor, der den finanziellen Aufwand für etwaige Neueinsteiger in Grenzen hält. In den ersten Jahren wurde in der Sporthalle an der Euzinger Straße trainiert und gespielt.

Im Zuge der Landesgartenschau 2015 musste die Halle weichen, so dass man sich nach neuen Spielstätten umsehen musste. „Eine schmerzliche Erfahrung“, so Christoph Braun. „Schließlich hielten wir das Training in der Süwegahalle ab und verlegten den Spielbetrieb in die Halle des Schulzentrums Ost.“ Im November 2015 spielte der Verein erstmals in der neuen Sporthalle auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände. Bald jedoch zeigte sich, dass der Boden dort, im Gegensatz zu den Böden in den anderen Hallen, für Inlineskating nicht geeignet war. So werden aktuell wieder die Süwegahalle und das Schulzentrum Ost genutzt. Der Verein plant für ein Grundstück Erbbaurecht zu beantragen. Dort will man dann in Eigeninitiative eine Halle errichten. „Es muss keine Multifunktionsarena mit Videowürfel werden, die Seiten können nach außen offen sein“, sagt Christoph Braun und baut dabei auf die vielen engagierten Mitglieder. Ein absoluter Höhepunkt in der 18-jährigen Geschichte des IHC Landau war ein Benefizspiel zugunsten des heutigen 2. Vorsitzenden Udo Hillenbrand, der damals schwer erkrankt war. Die Einnahmen der über 300 zahlenden Zuschauer wurden zur Typisierung für eine Stammzellenspende, die letztendlich erfolgreich war, genutzt. Die Gegner des IHC Landau waren damals keine geringeren als die Eishockey-Cracks der Adler Mannheim.