Hasi ist Privatpatient beim Tierarzt. (Foto: Mensi/pixelio.de)

„Wisst ihr eigentlich, dass unsere Haustiere im Grunde alle Privatpatienten sind, da die wenigsten eine Krankenversicherung haben?“, fragt Paula in die Mittagspausenrunde.
„Wie kommst du darauf?“, will Elli wissen.
„Ach, das Kaninchen meiner Nichte war kürzlich verletzt und musste ständig zur Tierärztin – auch sonntags. Der arme Hasi hatte sich einen Strohhalm in den oberen Kieferbereich gerammt und sich so eine üble, schlecht heilende Wunde zugezogen, die täglich behandelt werden musste. Also fuhr mein Bruder jeden Tag zur Tierärztin und ließ den Kleinen versorgen“, erklärt Paula.
„Oh je, das arme Tierchen!“, erklärt Elli mitfühlend. „Ich kann das voll verstehen, für das eigene Haustier ist ja das Beste gerade gut genug. Die Behandlung war bestimmt teuer!“
„Ja, ich will es gar nicht genau wissen, was in diesen Hasen bereits investiert wurde. Liegt aber locker im vierstelligen Bereich, glaub‘ ich. Wer sein Haustier liebt, dem ist nichts zu viel oder zu teuer“, verdeutlicht Paula.
„Das ist ja ein ganz schön teurer Hasenbraten“, scherzt Herr Schmidt.
„Nein!“, schreien Paula und  Elli entsetzt. „Der ist doch nicht zum Essen, nur zum Kuscheln!“
„Ich habe irgendwo gelesen, dass der Gesamtumsatz für Heimtierhaltung über neun Milliarden ausmacht. Unglaublich, oder?“, meldet sich nun auch Günther zu Wort. „Manche Haustierbesitzer übertreiben es aber oft. Sie hegen ein gesteigertes Bewusstsein für modische Kleidung und greifen für ihren Liebling tief in die Tasche, um ihn möglichst hip anzuziehen. Da tragen Hunde Mäntel, Mützchen oder sogar Schühchen  und so mancher Mops wird in Klamotten gesteckt, samt Rüschchen und Glitzersteinchen. So ein Outfit kostet schnell mal hundert Euro.“
„Oder sogar mehr, wenn die Glitzersteinchen echt sind oder das Hundehalsband aus echtem Gold besteht“, weiß Elli. „Das finde ich total übertrieben!“
„Kleinvieh macht halt auch reich!“, lacht Herr Schmidt. „Die großen und kleinen Wehwehchen der Haustiere sind ein Milliardengeschäft für Tierärzte, Physiotherapeuten und Naturheilpraktiker.“ „Ganz bestimmt. Im Grunde genommen wird fast alles angeboten, was in der Humanmedizin auch möglich ist“,  schildert Paula. „Und dann gibt es noch die Menschen, die ihr Haustier mit in den Urlaub nehmen – wie meine Cousine. Dann geht es in ein sogenanntes ‚Hundehotel‘! Anscheinend ist die Nachfrage nach hundefreundlichen Feriendomizilen extrem hoch. Für die Ferienwohnungsbesitzern oder Hoteleigner ist das natürlich eine zusätzliche Einnahmequelle – und keine schlechte!“
„Genau, früher gab es auch ganz einfache Tierpensionen, die das Haustier aufgenommen haben. Heute sind das teilweise Fünf-Sterne-Luxushotels samt Wellnessprogramm, Schönheitssalon, Fitnesstrainer oder Diätkur“, erklärt Elli.
„Boah, die haben es ja besser wie ich“, wirft Günther neidisch ein. „Wir verbringen unseren Urlaub mal wieder auf Balkonien!“
„Ooooch, du Armer“, kommentiert Herr Schmidt.  „Dafür bekommst du heute ein Eis spendiert!“
„Wir auch!“, rufen die anderen im Chor.