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Landau. Obwohl es Eltern in Deutschland oft nicht leicht haben angesichts hoher Mieten, zu weniger Kitaplätze und Schwierigkeiten, Karriere und Familie miteinander zu vereinen, ist die Geburtenrate gestiegen. Im bundesweiten Vergleich liegt Rheinland-Pfalz weit vorn.

Laut Statistischem Bundesamt wurden in Sachsen 37.940 Kinder im Jahr 2016 geboren, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 37.511 Geburten. Damit liegt die in den vergangenen Jahren gestiegene Geburtenrate in Rheinland-Pfalz bei 1,5 Kindern pro Frau.

Mehr Kaiserschnitte

In Rheinland-Pfalz kamen überdurchschnittlich viele Babys per Kaiserschnitt zur Welt. Im bundesweiten Vergleich liegt Rheinland-Pfalz mit 32,7 Prozent auf Platz 2. Aber auch generell werden immer mehr Babys per Kaiserschnitt zur Welt gebracht – in Deutschland 30,5 Prozent. Eine hohe Zahl, wenn man die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berücksichtigt. Denn die besagt, dass ein Kaiserschnitt nur vorgenommen werden sollte, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind durch eine natürliche Geburt gefährdet ist.

Schwangere Frauen haben auch die Möglichkeit, sich im Vorfeld für einen Kaiserschnitt zu entscheiden. Jedoch ist die Zahl derer, die das tun, recht niedrig – wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass es sich um eine umfangreiche Operation am Bauch handelt, die nach der Geburt mit starken Schmerzen verbunden ist. Und selbst wenn Frauen keinen Kaiserschnitt wünschen, hat der Geburtshelfer in dieser Angelegenheit das letzte Wort: Birgt eine Geburt auf normalem Weg ein gesundheitliches Risiko für die Mutter oder das Baby, gibt es keine Alternative zum Kaiserschnitt. Umso wichtiger, dass sich werdende Mütter vor der Geburt umfassend zum Thema informieren.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Mögliche Gründe für einen Kaiserschnitt sind unter anderem eine Mehrlingsgeburt, eine ungünstige Lage des Kindes, eine Fehlbildung des Kindes, ein Kopf-Becken-Missverhältnis oder unerwartete Komplikationen während der Geburt. Doch warum liegt die Kaiserschnittrate in Landau mit 51 Prozent so hoch, während in anderen Regionen wie zum Beispiel in Dresden nur 17 Prozent der Babys per Kaiserschnitt zur Welt kommen?
Laut dem Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung ist einer der wichtigsten Gründe, warum in Deutschland diesbezüglich ein so großer Unterschied zwischen den Regionen herrscht, die unterschiedliche Risikobewertung der Geburtshelfer. Denn in Deutschland gibt es keinen einheitlichen Leitfaden, ab wann ein Kaiserschnitt nötig ist. In manchen Regionen gehen die Ärzte lieber auf Nummer sicher und entscheiden sich schon bei ersten Anzeichen einer Komplikation für die Kaiserschnittgeburt.

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