Rückbesinnung auf die eigenen Stärken

Minister Wissing bei Heimat shoppen in Kandel – Einkaufsstories auf Instagram

Familie Krug (Mitte) beim Einkaufen in Kandel. Vergangene Woche waren auch Wirtschaftsminister Volker Wissing /ganz rechts) und Jürgen Vogel von der IHK (ganz links) vor Ort. Dirk Kunstmann jr. vom Modehaus Meier freut sich über den Besuch. (Foto: ebl)

Kandel. „Heimat shoppen erinnert an das, was wir besser können als andere, nämlich unvergleichliche Innenstädte zu bieten, ein individuelles Einkaufserlebnis, das der Online-Handel eben nicht bieten kann“, sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) bei seinem Besuch am 14. September in Kandel. Koordiniert von der Citymanagerin Jennifer Tschirner und Michaela Stöhr vom Verein für Handel und Gewerbe (VHG) beteiligten sich die Stadt erstmals an den bundesweit stattfindenden Aktionstagen.
Das zog weitere hochkarätige Besucher an: Begleitet wurde Minister Wissing vom Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Mainzer Landtag Alexander Schweitzer, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz Jürgen Vogel und der Projektleiterin bei der IHK Pfalz Malin Handricks.

Verbandsbürgermeister Volker Poß, der erste Beigeordnete der Stadt Michael Gaudier und Mitglieder des VHG empfingen die Gäste am Edeka-Mobil auf dem Marktplatz und führten sie anschließend durch die Hauptstraße, wo viele Einzelhändler mit eigenem Geschmack, eigener Kreativität, das Einkaufen zum besonderen Erlebnis machen. „Das hat seinen Wert, das gewinnt zunehmend auch wieder an Attraktivität“, so der Wirtschaftsminister. Die Aktion Heimat shoppen rücke diese Stärken ins Bewusstsein und veranlasse die Menschen zum Nachdenken: „Übersehe doch bitte nicht, dass du etwas ganz Besonderes vor Ort hast. Dass solche Angebote nur existieren können, wenn sie auch nachgefragt werden.“ Wenn die Innenstädte verödet sind, ist es zu spät.

Bei Mode Meier erläuterte Dirk Kunstmann sein Konzept: Frei nach dem Motto „Kein Trend ohne Gegentrend“ hat sich sein Haus früh dafür entschieden, auf Qualität zu setzen, sowohl beim Sortiment als auch beim Personal. „Wir arbeiten viel mit qualifizierten, motivierten Mitarbeitern, die ein fundiertes Fachwissen haben. Das honorieren wir auch, denn niedrige Löhne zu zahlen und dann hohe Arbeitsmoral zu erwarten, das geht nicht.“
Kunstmann sieht sich durch den Erfolg bestätigt: „Wir haben uns vom allgemeinen Trend des Einzelhandels, der in Ortsgrößen wie hier rückläufig ist, deutlich absetzen können. Haben aber auch neue Konzepte erarbeiten müssen.“

Heimat shoppen bleibt über die Aktionstage hinaus ein Thema. Der VHG hat sich dafür etwas ganz Besonderes einfallen lassen: die Heimatshoppenfamilie. Die Herausforderung lautet: Kann eine Familie mit dem Kandeler Angebot drei Monate überleben, ohne online zu bestellen? Familie Krug hat sich bereit erklärt, drei Monate über ihre Einkäufe in Kandel zu berichten. „Meine Frau Sarah ist gebürtige Kandelerin, ich bin vor elf Jahren aus Mainz hierhergezogen, unsere beiden Kinder Jaron und Iljan sind vier und sechs Jahre alt“, erläutert Hendrik Krug. „Da wir sowieso versuchen, viel regional einzukaufen, hätten wir auch ohne finanziellen Anreiz mitgemacht.“ „Über ihre Einkaufserlebnisse werden sie fortlaufend auf Instagram Stories posten . Dafür haben sie als Anreiz einen Einkaufsgutschein im Wert von 1.000 Euro bekommen“, so Michaela Stöhr. „Wir freuen uns.“ (ebl)

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