Schnell reich werden mit Daytrading?

Daytrading ist eine Form des Börsenhandels, bei dem hohe Gewinne und Verluste erzielt werden können. Was ist dabei zu beachten?

Mit Daytrading schnell reich werden? -Foto: pixabay

Kann man mit Daytrading reich werden?

Mit der Digitalisierung hat die Deutschen das Börsenfieber gepackt. Sie machte den Handel mit Wertpapieren vom heimischen Sofa oder Küchentisch aus möglich. Daher wollen sich viele Zeitgenossen in kurzer Zeit und ohne viel Aufwand ein Vermögen verdienen. Dabei sind der schnelle Kauf und Verkauf von Aktien vor allem mit Arbeit verbunden. Dies gilt besonders für den Beruf des Daytraders!

Was ist Daytrading

Aufs Daytrading verlegen sich vor allem Anleger, die nicht die Geduld aufbringen, über Monate oder gar Jahre darauf zu warten, dass eine Aktie Rendite erwirtschaftet. Sie handeln ausgewählte Finanzinstrumente mit erhöhtem Risiko und wickeln ihre Geschäfte innerhalb eines Arbeitstages ab. Dabei versuchen sie, von kleinsten Kurssprüngen zu profitieren. 

Wer sich dem Daytrading oder auch dem verwandten Swingtrading verschreibt, sollte nicht als Neuling auftreten. Es ist vielmehr angesagt, über einen reichen Erfahrungsschatz zu verfügen, um die Bewegungen der Charts richtig zu interpretieren. Zudem sollte man ausführlich die Grundlagen im Daytrading lernen.

Trading versus Investment

Der Börsenhandel kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Der klassische Investor kauft ein Papier und wartet dann üblicherweise einige Jahre ab, um den Gewinn abzuschöpfen. Er baut auf die Informationen der Fundamentalanalyse. Dabei untersucht er die wichtigen, grundlegenden Daten eines Unternehmens, bevor er eine Entscheidung trifft.

Der Daytrader handelt in viel kürzeren Zeitabständen. Sobald eine Position eröffnet ist, müssen deren Kursbewegungen intensiv beobachtet werden, um auf kleinste Bewegungen der Charts zu reagieren. Es sind starke Nerven und eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit notwendig, um in kurzer Zeit schnelle Gewinne zu realisieren oder hohe Verluste zu begrenzen. Dabei wird sich ausschließlich auf die Chartanalyse verlassen. Beim Daytrading wird nämlich davon ausgegangen, dass alle äußeren Einflüsse schon im Kurs eingepreist sind.

Märkte und Instrumente für Daytrader

Junge Trader, die noch keine ausgeprägten Erfahrungen im Handel mit Wertpapieren gesammelt haben, verlegen sich meist auf den Kauf und Verkauf von Aktien oder Indizes. Alte Hasen dagegen wissen sich in Märkten mit sehr hoher Liquidität zu behaupten. Sie sind am Devisenmarkt interessiert oder spekulieren mit Derivaten und Rohstoffen.

Daytrader, die in Devisen investieren, handeln dabei jedoch nicht direkt mit Dollar, Yen oder Euro. Sie sind ausschließlich an Differenzkontrakten (CFD bzw. Contractsfor Difference) interessiert. Es handelt es sich um Derivate, deren Wertentwicklung von einem Basiswert hergeleitet wird. Der Käufer eines CFD ist nicht wie bei der Aktie an einer Unternehmensbeteiligung interessiert. Er beteiligt sich ausschließlich an der Kursentwicklung des jeweiligen Papiers.

CFD sind hochspekulative Finanzinstrumente. Sie bieten die Möglichkeit, sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen zu profitieren. Dabei lässt sich der Gewinn mit dem Einsatz diverser Hebel multiplizieren. Dadurch können mit relativ geringem Kapitaleinsatz riesige Summen bewegt werden. Wer dabei auf das richtige Pferd setzt, kann über Nacht reich werden. Wer sich verzockt, muss mit ausufernden Verlusten rechnen.

Welche Kompetenzen werden von einem Daytrader abverlangt?

Wer mit dem Daytrading beginnen möchte, benötigt eine ausgeprägte mentale Stärke und sollte über ein gerütteltes Maß an Disziplin verfügen. Er muss die Funktionsweise der Chartanalyse bis ins Detail verstehen. 

Das wichtigste Element ist jedoch die Trading-Strategie. Diese entwickelt sich im Laufe der Zeit und ist die Leitlinie jeden Vorgehens beim Börsenhandel. Die Strategie sollte unter allen Umständen verfolgt werden. Ansonsten läuft der Trader Gefahr, den Märkten hinterherzurennen. Eine solche Verhaltensweise endet in der Regel im finanziellen Ruin.

Wer sich an der Börse als Daytrader behaupten möchte, sollte über sehr viel Mut verfügen und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzen. Nur so können verlustreiche Transaktionen, die selbstverständlich zum Tagesgeschäft gehören, überstanden werden. Gerade professionelle Trader zeichnen sich dadurch aus, ihre Fehler kaltblütig aufzuarbeiten und daraus zu lernen.

Fazit

Die Frage, ob man mit Daytrading reich werden kann, ist nicht eindeutig zu beantworten. Einigen Spekulanten gelingt das sicherlich. Allerdings zeigen verlässliche Zahlen auf, dass etwa drei Viertel der schnellen Trades einen negativen Ausgang nehmen und im Verlust enden. Nur ein Viertel der Positionen erzielt einen Gewinn. So gewinnen beim Daytrading auf lange Sicht gesehen eher die Börsenplätze und die Broker und nicht der Kleinanleger.