Landau. Flohmärkte erfreuen sich auch im Zeitalter des Internets anhaltender Beliebtheit. Sie laden ein zum Bummeln, Stöbern und Feilschen. Wer über einen Flohmarkt geht, kann sich von dem Angebot überraschen lassen, das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und den eigenen Geldbeutel schonen. Schnäppchenjäger und Trödel-Sammler können hier Ausgefallenes und Einzigartiges entdecken, Amateurverkäufer überflüssige Gegenstände loswerden. Das PFALZ-ECHO sah sich einmal um.

Fast jeder hat zu Hause Dinge, die er nicht mehr braucht. In Schränken und Regalen stapeln sich Textilien, Geschirr, Vasen oder technische Geräte, die nicht mehr genutzt werden. Ein klarer Fall für das Ausmisten. Doch zum Wegwerfen sind viele Sachen zu schade. Eine gute Lösung bietet der Flohmarkt, denn hier lässt sich der überflüssige Besitz einfach zu Geld machen – einfacher als im Internet, wo man alles genau beschreiben und im Erfolgsfall versenden muss, manches ist für einen rentablen Versand auch zu schwer oder zu sperrig.

Der jährliche Nachtflohmarkt in Kandel, der am 8. Juli zum vierten Mal stattfand, ist eine klassische Zusammenarbeit zwischen dem Verein für Handel und Gewerbe (VHG) und der Verwaltung. Die Idee wurde im VHG geboren, der bis heute monetär federführend ist.

Der erste Nachtflohmarkt war 2014 in der Hauptstraße. Die Straße musste für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Darüber hinaus gab es vermeintlich gute und weniger gute Standorte. So setzte sich die Auffassung durch, dass Plätzel und Marktplatz der bessere Schauplatz sind. Seit 2015 finden die Nachtflohmärkte dort statt. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sorgen für Wasser- und Stromanschlüsse, stellen Tische, Bänke, Mülleimer, Absperrungen auf. Im Laufe des Flohmarkts wird die Standgebühr eingesammelt und am Ende der Abbau betreut. Die Teilnehmer hinterlassen den Platz sauber.

Dieses Jahr stimmte alles: die Atmosphäre, das Wetter, die Besucherzahl. Vier verantwortliche Organisatoren, die sich voll dafür eingesetzt haben, damit es eine tolle Veranstaltung wird, zeigten sich mit dem Verlauf mehr als zufrieden: Karlheinz Schöttinger und Ralf Behrend vom VHG, Marktmeister Jürgen Weiß und Dirk Wagner vom städtischen Bauhof waren an der Grenze zur Euphorie, so gut lief es.

Ein leidenschaftlicher Flohmarktbeschicker und Stammteilnehmer in Kandel meinte: „Ich bin in Kandel immer zufrieden, tolles Publikum, sogar an dem verregneten zweiten Nachtflohmarkt habe ich gute Geschäfte gemacht. Heute waren die Leute fast wie im Kaufrausch.“

Wie er weiter ausführte, findet er den monatlichen Sonntagsflohmarkt am Maximilian-Center, Wörth, wo er auch schon anbot, für sich persönlich zu groß. „Dort sind so viele Aussteller, da gehe ich mit meinem Gemischtwarenangebot unter. Wenn man Antik-Sachen hat oder irgendetwas Spezielles, dann läuft es auch auf einem sehr großen Flohmarkt. Aber für mich ist das nichts.“

Beim Sonntagsflohmarkt auf dem Parkplatz des Maximilian-Center können die Anbieter ohne Anmeldung direkt am Auto aufbauen: Kofferraum auf und los geht’s. Das wissen viele zu schätzen. Die Standgebühr wird im Laufe des Marktes erhoben. Das Angebot ist riesig, das Publikum bunt gemischt. Für die einen ist der Flohmarkt Unterhaltung, für andere Beitrag zum Lebensunterhalt. Ein bekannter Flohmarkt in der Landauer Region ist der überdachte Wochenflohmarkt am C&C Markt. Samstags von 15 Uhr bis 18 Uhr kann hier in der Johannes-Kopp-Straße so einiges ergattert werden. Die Platzvergabe ist für Spätaufsteher sehr geeignet, da diese erst ab 14 Uhr beginnt.  Da auch keine Anmeldung erforderlich ist, kann der Flohmarktverkäufer seine Verkaufstage flexibel gestalten. Besonders für Flohmarkt-Neueinsteiger (z. B. Studenten) ist dieser Markt auch gut geeignet, da der Markt nachmittags startet. Der Betreiber erläutert: „Das ist der trockenste Samstagsflohmarkt der Pfalz – wettergeschützt, ob es hagelt, regnet oder schneit!“

Auch der Kinderhaus Blauer Elefant in der Rolf-Müller-Str. 15 in Landau bietet das ganze Jahr über Flohmärkte verschiedener Art an. Jeden ersten Mittwoch im Monat, von 14 Uhr bis 16 Uhr, kann der Besucher gut erhaltene und saubere Sachen für Babys, Kinder und Jugendliche wie z. B. Bücher, Kleidung, Spiele, Kinderwagen, Reisebetten und Hochstühle entgegen nehmen oder spenden. Der Erlös der Spenden geht zugunsten des Kinderschutzbundes. Wer mittwochs keine Zeit hat, kann zu dem Flohmarkt im Kinderladen immer dienstags, 10 Uhr bis 12 Uhr, donnerstags, 14 Uhr bis 16 Uhr, sowie jeden zweiten und vierten Samstag im Monat, von 11 Uhr bis 13 Uhr, kommen. (ebl/bwe)