Wörth. „Ilona besitzt einen riesigen Haufen Holzklötzchen: Diese haben alle dieselbe Höhe und Tiefe, aber verschiedene Längen. Ilona möchte eine Mauer bauen, bei der niemals zwei Fugen übereinander liegen, selbst wenn sich mehrere Reihen dazwischen befinden. Außerdem soll ihre Mauer möglichst hoch sein. (…) Hilf Ilona, indem du ein Programm schreibst, das nach Eingabe von ‚n‘ eine nach ihren Vorgaben konstruierte, möglichst hohe Mauer ausgibt.“

Für Jonathan Baumann, Schüler am Europa-Gymnasium Wörth (EGW), ist es kein großes Problem eine solche Aufgabe zu lösen, denn er gehört zu den besten Informatik-Schülern in ganz Deutschland. Im September nimmt er an der Final-Runde des Bundeswettbewerbs Informatik teil. Bei den Wettbewerbsaufgaben ist viel Vorstellungskraft gefordert, abstraktes Denken, das keinem Schema folgt. Denn erst wenn eine Idee für einen Lösungsweg entwickelt wurde, kann man sein theoretisches Fachwissen anwenden. „Das sind Aufgaben, die nicht mal jeder Informatikstudent direkt lösen kann“, meint Informatiklehrer Michael Kappes. So lässt sich auch erklären, warum von über tausend Teilnehmern bei der ersten Runde und bei der Endrunde nur noch 25 bundesweit übrig sind.

Jonathan Baumann und sein Lehrer Michael Kappes. (Foto: hea)

Insgesamt besteht der Wettbewerb aus drei Runden. „Für die zweite Runde waren rund 700 Schüler aus Deutschland zugelassen, aber nur 150 haben die Aufgaben gelöst und eingereicht. Teilweise war es wahrscheinlich zu schwer, einzelne haben sich aber wahrscheinlich dann auf ihr Abitur konzentrieren müssen und hatten deswegen keine Zeit“, erklärt der Schüler. Diesen Druck hat Jonathan Baumann nicht, er besucht zurzeit noch die 11. Klasse.

Sein Interesse für Informatik kam aber nicht erst durch den Unterricht an der Schule: „Ich habe sehr früh als Kind schon angefangen mit Computern zu arbeiten – aber wir sind fünf Geschwister daheim, wir konnten uns also nicht unbedingt die besten Modelle leisten. Das heißt, ich habe schnell gelernt, das beste aus dem vorhanden Material rauszuholen. Das hab ich mir selbst beigebracht.“

Wie es ist, mit solch einem guten Schüler im Kurs, Informatikunterricht zu geben, berichtet sein Lehrer: „Jonathan bringt sich im Informatik-Kurs sehr gerne unterstützend ein!“ Einzelne Dinge im Lehrplan könne man ihm auch noch beibringen, meint Kappes weiter, in anderen Bereichen könne er selbst noch was von seinem Schüler lernen. „Dass Zusammenarbeit aber so gut funktioniert, liegt aber auch an meinem Mitschülern. Die nehmen meine Hilfe sehr gerne und offen an“, ergänzt Jonathan.

Den Informatikunterricht am EGW beurteilt Jonathan Baumann als außergewöhnlich gut: „Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, hier an der Schule den Informatik-Unterricht besuchen zu dürfen. Im Austausch mit anderen Teilnehmern des Wettbewerbs, haben wir oft festgestellt, dass der Unterricht an anderen Schulen ein viel niedrigeres Niveau hat. Ich bin auch wirklich froh, einen so guten Lehrer zu haben, der mir tatsächlich auch noch einiges beibringen kann.“ So ist es am EGW auch bereits der dritte Jahrgang, in dem ein Leistungskurs Informatik angeboten wird.

Für die Endrunde im September kann sich Jonathan nicht gezielt vorbereiten: „Aber wir haben unter den Teilnehmern bereits viel Kontakt untereinander und wir empfehlen uns auch gegenseitig Fachbücher, die uns dann vielleicht helfen könnten. Da werden dann zum Beispiel allgemeine Vorgehensweisen oder Algorithmen in der Informatik erläutert, die einem als Vorlage dienen können.“ (hea)

Jonathan Baumann besucht das Europa-Gymnasium Wörth. (Foto: hea)
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