Uta Holz über die Zukunft

Die Südpfalz in zehn Jahren: Uta Holz über Drohnen, die einen mit Lebensmitteln versorgen, den Schrägaufzug am Trifels und nachhaltigen Tourismus

Uta Holz, Geschäftsführerin Südliche Weinstrasse e. V.

Was steht bei Ihnen 2030 abends zu Essen auf dem Tisch? 

2030 stehen bei mir – genauso wie heute – vor allem regionale Produkte auf dem Tisch: saisonales Obst und Gemüse, Fleisch vom Metzger, Brot vom Bäcker und natürlich Wein vom Winzer – alles aus der Südpfalz. Lebensmittel sind ein wertvolles Gut. Die Menschen machen sich mehr Gedanken über das, was sie essen und sind bereit, mehr Geld auszugeben, wenn etwas Gutes auf den Tisch kommt. Daher werden die Berufe, die sich um die Herstellung von Lebensmitteln drehen, sehr geschätzt und erfreuen sich bei jungen Menschen wieder steigender Beliebtheit. „So schmeckt die Südpfalz“ ist ein Gütesiegel, das weit über die Südpfalz hinaus bekannt ist.

Wo kaufen Sie 2030 Ihre Lebensmittel ein?

Mein Kühlschrank weiß, was ich verbrauche. Er schlägt mir daher einmal pro Woche vor, was ich einkaufen soll. Die meisten Produkte gibt es im “Südpfalz-Regional“-Shop, der eine breite Palette von Lebensmitteln der Direktvermarkter aus der Region anbietet, die über ein gut durchdachtes Logistiksystem in den Regionalladen in Landau und in alle Filialen in den größeren Orten der Südpfalz kommen. Viele Menschen gehen gerne zum Einkaufen dorthin, weil sie das Einkaufserlebnis schätzen. Man kann sich die Produkte aber auch über einen Drohnenlieferservice zuschicken lassen.

Wo und wie erholen sich die Südpfälzer im Jahr 2030?

Die Deutsche Weinstraße ist eines der bekanntesten nachhaltigen Reiseziele in Deutschland geworden. Die Gastgeber denken in regionalen Wirtschaftskreisläufen, weil das von ihren Gästen honoriert wird. Rund 25 % der Gäste kommen aus dem europäischen Ausland, weil sie die gute Küche, hervorragende Weine, die intakte Natur und die offene Art der Pfälzer schätzen. Die gut getakteten Zugverbindungen nach Landau, Edenkoben, Annweiler und Bad Bergzabern sorgen dafür, dass immer mehr Gäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, zumal sie mit der Pfalzcard, die es jetzt in allen Hotels und Ferienwohnungen gibt, freie Fahrt mit allen Bussen und Bahnen haben. In höchstens einer Stunde kommt man an jeden Ort der Südlichen Weinstraße – egal ob im Pfälzerwald, an der Weinstraße oder in der Rheinebene. Fahrräder kann man natürlich mitnehmen. Viele Südpfälzer machen es wie ihre Gäste und genießen den Urlaub rund um Pfälzerwald und Weinstraße, weil Flugreisen ins Ausland nicht mehr so angesagt sind wie früher.

Wie selbstständig kann ein Rollstuhlfahrer in der Stadt einkaufen? Was wird sich in Sachen Barrierefreiheit tun?

Alle Busse sind Niederflurwagen, alle Bahnsteige haben eine einheitliche Höhe und in den Zügen gibt es Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für Menschen mit Behinderung selbstverständlich geworden. Einkaufen ist in der Regel kein Problem, beim Großeinkauf kann der Drohnenservice genutzt werden. Auch die meisten Sehenswürdigkeiten sind für Rollstuhlfahrer ausgebaut und bieten auch ein Angebot für seh- und höreingeschränkte Menschen. Ganz neu ist der Schrägaufzug auf dem Trifels. Damit kommen Rollstuhlfahrer nun selbständig auf die Burg und genießen den tollen Ausblick, einen komfortablen Rundgang und die Konzerte im Kaisersaal, der ebenfalls über einen Fahrstuhl erreicht werden kann. Die Besucherzahl hat sich dadurch im letzten Jahr fast verdoppelt.

Welches Event/Sehenswürdigkeit darf man 2030 in der Südpfalz nicht verpassen?

Die meisten Weinfeste sind mittlerweile zum „Fest für alle“ geworden. Was für die Feste in der Landauer Innenstadt schon lange gilt, ist nun auch für die beliebten Weinfeste draußen im Wingert umgesetzt worden. So können Rollstuhlfahrer z. B. bei der Kulinarischen Weinbergswanderung in Siebeldingen am Geilweilerhof parken und dort geländegängige Rollstühle mit Antrieb ausleihen, mit denen man den ganzen Rundweg befahren kann.

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