Wein aus Äpfeln oder Trauben

Wahlpfälzer: Marcus Appel

Glücklicher Familienvater. (Foto: privat)

Bellheim / Michelstadt. In seiner neuen Serie berichtet das PFALZ-ECHO über waschechte „Wahlpfälzer“: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Orten – ob in Deutschland, Frankreich oder Brasilien – kommen und hier in der Südpfalz eine neue Heimat gefunden haben.

Es war die Arbeit, die Marcus Appel letztlich in die Pfalz brachte. „Nach einer mehrjährigen Tätigkeit im badischen Weingarten, war die strategisch gute Lage von Bellheim an der B9 und die gute Präsenz von Chemieindustrie und Lackfabriken verlockend – sowie die schönen Immobilien“, berichtet der selbstständige Maler und Lackierer, der heute einen Malerfachbetrieb in Bellheim betreibt.

Ursprünglich stammt der Wahlpfälzer aus Michelstadt im Odenwald. „Im Odenwald ist es etwas hügeliger als hier im Rheingraben, das Klima ist ganz ähnlich wie hier, die Menschen sind ländlich geprägt, trinken gerne Äppelwoi und essen Kochkäse oder Handkäse mit Musik. Der Weihnachtsmarkt und das über 500 Jahre alte Rathaus von Michelstadt sind sehr bekannt – und sehenswert“, empfiehlt Appel.

Seinen Umzug in die Pfalz hat er jedoch nie bereut. „Die Menschen hier sind herzlich und offen – manchmal etwas direkt. Hier habe ich in kürzester Zeit ganz viele Bekanntschaften gemacht. So gut, dass ich bald nicht mehr im Badischen arbeiten wollte und mich hier selbstständig gemacht habe“, erklärt der 45-jährige Familienvater.

Nach den Unterschieden zwischen „alter“ und „neuer“ Heimat gefragt, schmunzelt Marcus Appel: „Die Verkehrsanbindung ist hier deutlich besser. Hier ist im Schoppen Wein aus Trauben im Odenwald aus Äpfeln.“
Inzwischen ist Marcus Appel voll und ganz in der Südpfalz angekommen: Mit seinen zwei Söhnen (fünf und zwölf Jahre) macht er, wenn Zeit ist, gerne Camping, tüftelt in der Werkstatt oder spielt Snooker.

Etwas Kulinarisches vermisst er allerdings schon – und würde es gerne in die Pfalz „exportieren“: „Traditioneller Kochkäse von Mama!“ Eine Sache würde er wiederum gerne von der Pfalz weitergeben: „Die linksrheinische Mentalität.“