Die „frogs on stage“ präsentieren ihr Stück“ Prinzessin Piesepamel“. (Foto: privat)

Jockgrim. Mit ihrem ersten Stück „Prinzessin Piesepamel“ starteten die „frogs on stage“ am zweiten September-Wochenende voll durch. Das unter dem Dach der Wander- und Theaterfreunde Jockgrim e. V. neu gegründete Kinder- und Jugendtheater spielte sowohl bei der Premiere am Freitag als auch am Samstag vor einer nahezu ausverkauften Turnhall‘ und begeisterte das Publikum mit schaupielerischem Können und viel Witz.
Die Prinzessin tyrannisiert ihre Mitschüler, das Schlosspersonal und ihre Eltern. Ist sie gemein und böse oder krank? Darüber zerbrechen sich König und Königin ihre gekrönten Häupter. Wovon sie sprechen, bekommt das Publikum zu sehen und zu hören: Da rockt die Prinzessin mit Punk und Piercing über die Bühne und verwüstet ihr Zimmer. Für ihre Mitschülerin Julia, die Putzfrau, das Dienstmädchen und für Tommy, den Sohn des Gärtners, hat sie nur Hohn und Spott übrig. Auch Hofmedikus Dr. Silbernagel, von dem sich ihre Eltern Hilfe erhoffen, wirft sie mit lautem Gebrüll hinaus. Eines Abends bereitet die Schwarze Fee den Eskapaden ein Ende und verwandelt die Prinzessin in einen Frosch. Was die Eltern zunächst in tiefe Verzweiflung stürzt, erweist sich jedoch als gute Fügung: Tommy nimmt Frosch Piesepamel mit zu seinem Teich, in dem der bereits vor zehn Jahren verwandelte Prinz Schreckenstein lebt. In Eintracht beschimpfen sich die beiden nun nach Herzenslust und im Schloss herrscht wieder Ruhe und Frieden – ein Happy End ohne Rückverwandlung.

Szenenbild: zwei Frösche im Teich. (Foto: privat)

Elf Kinder und Jugendliche gehören zu den „frogs on stage“, die sich erst vor einem halben Jahr unter der Leitung des Regie-Teams Alexandra Hellmann und Jutta Reuter zusammengefunden haben. Mit den eindrucksvollen Aufführungen starteten die Nachwuchsschauspieler erfolgreich ins Theaterleben und bewiesen, wieviel Potential in ihnen steckt: perfekt dargebotene Selbstironie und höfische Überheblichkeit, beispiellos vorgeführte Wutanfälle, gekonnt gespieltes Entsetzen und Verzweiflung gespickt mit viel Witz, der für viele Lacher und Szenenapplaus sorgte. Auch so manch erwachsener Laienschauspieler im Publikum staunte über das, was die Kinder auf die Bühne brachten.
Die beiden Regisseurinnen, die sich neben den wöchentlichen Proben auch um Bühnenbild, Kostüme, Maske und Drehbuchbearbeitung kümmerten, sind sehr stolz auf ihre Truppe, die im Laufe der Proben zu einem echten Team zusammengewachsen ist. Und so werden bereits die Terminkalender durchgesehen für „frogs on stage 2018“. (per)

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