Kandel/Landau/Herxheim. Der Landesfeuerwehrverband (LFV) schlägt Alarm: in vielen Fällen bleibt der Nachwuchs aus. Immer weniger Ehrenamtliche stünden für den Dienst zur Verfügung, warnt der LFV – und hat in diesen Tagen eine landesweite Kampagne zur Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung gestartet. Mit dem Slogan „Deine Heimat. Deine Feuerwehr! Komm, mach mit!“ und einer Werbekampagne, die durch provozierende Motive oder Filmen mit dem Titel „Wir sind alle Feuerwehr – und wo bleibst du?“ auf die Situation aufmerksam machen will, werben die Wehren für den Dienst am Schlauch. Doch wie sieht die Situation in der Südpfalz aus? Im Landkreis Südliche Weinstraße haben die Mitgliederzahlen der Feuerwehren insgesamt in den vergangenen zehn Jahren rund zehn Prozent abgenommen: von gut 2.000 auf gut 1.800 Mitglieder (Quelle: Statistik der Feuerwehren Rheinland-Pfalz).

Das PFALZ-ECHO hat bei den Ortsverbänden der Region nachgefragt, wie sie die Situation einschätzen.

In Wettbewerben treten die Feuerwehren aus der gesamten Republik gegeneinander an. Das macht Spaß und soll den Nachwuchs motivieren. (Foto: Tom Reher, LFV)

So wie Mike Schönlaub sehen es viele: „Wir nehmen das Thema ernst, doch die Situation bei uns selbst ist nicht akut.“ Der Kreisfeuerwehrinspektor spricht für seine Wehr in Kandel das aus, was Verantwortliche andernorts bestätigen: die Sorgen halten sich in Grenzen. Bei einer stichprobenartigen Umfrage bei vier Freiwilligen Feuerwehren aus der Region, hatte lediglich die Verbandsgemeinde Landau-Land mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. „Mit der Zusammenlegung einiger Wehren haben wir bereits eine Maßnahme getroffen, um dem Problem adäquat zu begegnen“, so eine Sprecherin der Verwaltung.

Doch die Wehrleute sind gewarnt. Dirk Hagesheimer, Stadtfeuerwehrinspektor der Stadt Landau berichtet davon, „gut aufgestellt“ zu sein, allerdings gebe es ein Indiz, das den Wandel ankündige: „Früher war das Interesse so groß, dass es Wartelisten für die Interessenten gab. Davon sind wir heute weit entfernt.“ Ohne Werbung geht es auch in Herxheim nicht. „Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern, das hat es bei uns schon immer gegeben“, sagt Klaus Knoll, Leiter des Ordnungsamtes in der Verbandsgemeinde Herxheim.

So sind die Freiwilligen Feuerwehren in der Südpfalz vielfach in das kulturelle und gesellschaftliche Leben eingebunden. In Kandel, werden Arbeitsgemeinschaften in Schulen angeboten, andernorts sind es Wein- oder Straßenfeste, bei der Feuerwehrvereine mit unterschiedlichsten Angeboten Präsenz zeigen. Im Rahmen eigener Veranstaltungen werden Einsätze demonstriert, Mitmachaktionen initiiert. Die Wahrnehmung vor Ort scheint in der Region vorhanden. Es sind vielfach die Feuerwehren, die als „gelebter Ausdruck einer Kultur des Ehrenamtes“ immer wieder in Reden zitiert werden.

Wer sich früh für die Feuerwehr entscheidet, lernt bereits in jungen Jahren nicht nur den Umgang mit technischem Gerät, sondern erlebt auch Kameradschaft und Disziplin. (Foto: Tom Reher, LFV)

Genau an dieser Struktur des „freiwilligen Einsatzes für die Sicherheit der Menschen in ihrer Heimat“ macht auch der Landesfeuerwehrverband – trotz Nachwuchssorgen – einen Erfolg fest. „Das Feuerwehrwesen in Deutschland ist Weltspitze“ konstatiert der Verband. Zu verdanken sei dies den vielen Menschen, die sich vor Ort engagieren – und, so hoffen LFV und die regionalen Wehren, auch in Zukunft von dem „Traum einmal Feuerwehrmann zu sein“ inspirieren und zur Teilnahme motivieren lassen. (mda)

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