Herxheim. Der 9. November ist in Deutschland ein Datum, das historisch in vielerlei Hinsicht von Bedeutung ist. Zahlreiche politische Wendungen sind mit dem 9. November verknüpft: die Ausrufung der Republik 1918, der Beginn der schrecklichen Novemberpogrome 1938, aber auch der Mauerfall 1989. Vor diesem Hintergrund hat sich die Tradition in der Region etabliert, an diesem Tag in den Schulen Landespolitiker zu Gesprächen mit Schülern einzuladen und so politische Bildung zu fördern und Schüler für aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu sensibilisieren.

Die Veranstaltung fand großen Zuspruch. (Foto: hea)

Am Pamina Schulzentrum in Herxheim saßen am vergangenen Freitag rund 100 Schüler der 10. bis 13. Jahrgangsstufe den beiden Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer (SPD) und Martin Brandl (CDU) gegenüber. Matthias Joa (AfD) hatte zwar zugesagt, erschien allerdings nicht zur Veranstaltung.

Mit vielen Fragen zu Themen wie Bildung, Digitalisierung, ÖPNV zeigten sich die Schüler interessiert und aufgeschlossen. So erfuhren sie in den anderthalb Stunden, die das Gespräch dauerte u. a., dass sowohl SPD als auch CDU offen dafür sind, neben katholischem und evangelischem Religionsunterricht auch ein Angebot für Muslime zu schaffen. Brandl betont dabei allerdings: „Der Staat muss bei dieser Thematik die Hoheit behalten.“ Es brauche also eine neutrale muslimische Instanz bzw. Gemeinde, mit der man kooperieren könne – diese gäbe es derzeit allerdings nicht. „Der Staat darf keinen Unterschied zwischen den Religionen machen!“, ergänzt Schweitzer, verweist aber auf die gleiche Problematik wie Brandl.

Die Themen Digitalisierung und ÖPNV standen im Fokus. (Foto: hea)

Ein Appell an die junge Generation war Martin Brandl ganz offensichtlich wichtig: Im Bezug auf das Thema Internet und Digitalisierung, das auch in Schulen eine immer zentralere Rolle spielt, mahnte er die Schüler auch zu Eigenverantwortung. Quellen aus dem Netz sollten immer kritisch hinterfragt werden, eine kurze Recherche und ein Blick ins Impressum seien oft extrem hilfreich, wenn man nicht auf so genannte „Fake News“ reinfallen möchte.

Alexander Schweitzer hofft für die Zukunft, im Bereich Mobilfunknetz Verbesserungen zu erzielen. Allerdings sei beim Ausbau des 5G-Netzes vor allem die Bundesnetzagentur gefordert, die sich nicht auf Kompromisse mit den Betreibern einlassen sollte. Denn im Zweifelsfall blieben ansonsten ländliche Regionen – wie beispielsweise Oberschlettenbach – auf der Strecke: „Aber Deutschland ist mehr Oberschlettenbach als Berlin!“

Besonders viel Gesprächsbedarf hatten die Schüler beim Thema ÖPNV – viele bemängelten die Anbindung ihrer Ortsgemeinden. Schweitzer bot den betroffenen Schülern direkt an, nachzuhaken und sich gegebenenfalls für eine Verbesserung einzusetzen. Martin Brandl blickte bei dem Thema direkt weiter in die Zukunft: Auch beim Thema Verkehr sei die Digitalisierung das zentrale Thema, unter anderem vor dem Hintergrund, dass in einigen Jahren autonomes Fahren eine große Rolle spielen wird.

Beide Politiker nahmen sich nach dem Gespräch auch noch einige Zeit für Einzelgespräche. Die Resonsnaz der Schüler auf die Veranstaltung war durchgehend positiv, die Ausführungen von Brandl und Schweitzer seien sehr aufschlussreich, ehrlich und informativ gewesen.

Alexander Schweitzer im Gespräch mit den Jgendlichen. (Foto: hea)
Martin Brandl stellt sich den Fragen. (Foto: hea)